Deetz l Aus Mexiko, Frankreich, Russland, China, Hongkong, der Türkei, Japan, Spanien, Italien und Deutschland kommen sie. 18 Köpfe zählt die Gruppe, die am internationalen Workcamp teilnimmt. Drei Wochen verbringen die jungen Männer und Frauen auf dem Europa-Jugendbauernhof. Mehr als eine Woche sind sie schon da, sind bereits zusammen gewachsen. „Eine nette Truppe“, so der Leiter des Jugendbauernhofes, Ulrich Weimeister. „Und fleißig sind sie auch.“

Wer an einem Workcamp teilnimmt, ist wie der Name schon sagt, auch zum Arbeiten da. „Wir haben uns wieder einiges vorgenommen“, erklärt Ulrich Weimeister die Aufgaben. Da sind es zum einen die landwirtschaftlichen Arbeiten, die auf einem Bauernhof anfallen und zum anderen vorbereitende Arbeiten für Projekte.

Nach Sturmschäden

Nach den vielen Sturmschäden der vergangenen Zeit richtet sich ein Hauptaugenmerk darauf, Zäune zu bauen, sie zu streichen und aufzustellen. Solange die Tiere auf der Weide sind, kann auch das Weißen der Ställe vorgenommen werden. Ebenso stehen Reparaturen in der alten Schweineanlage auf dem Programm.

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Pflegearbeiten in Haus, Hof und Garten fallen immer wieder an bis hin zur Ernte von derzeit den Tomaten und Gurken. Außerdem wird gerade die Speisekammer des Objektes auf Vordermann gebracht. Auch da ist der Einsatz der Jugendlichen gefragt.

Erfahrungen sammeln

Gut gelaunt war in dieser Woche eine Gruppe beim Holzstreichen anzutreffen. Da wird bei der Arbeit erzählt, da wird gelacht. Man lernt sich Stück für Stück kennen. Genau darum geht es, um den Austausch, den Abbau von Vorurteilen, um das Sammeln von Erfahrungen. Vor allem wegen der Erfahrungen und dem Verbessern der Sprachkenntnisse ist der 20-jährige Alessio aus Italien dabei. „Mein erstes Workcamp“, erzählte er.

Er mag die Arbeit, draußen zu sein und auch den Umgang mit Tieren. Zwar sei seine Heimat Florence nicht zu vergleichen mit Deetz, aber in der Gruppe fühlt er sich wohl hier. Eigentlich arbeitet er in einem Büro, entwirft Heizungssysteme. Eine große Erfahrung sei für ihn, alleine diese Reise unternommen zu haben.

Das dörfliche Leben ist dagegen für Mathilde und Elise aus Frankreich nichts neues. Sie kommen aus einem kleinen Ort bei Lyon. Die beiden Siebzehnjährigen sind Freundinnen, gehen zu Hause in die gleiche Klasse. Auch für sie ist es das erste Workcamp, an dem sie teilnehmen. Warum? „Um unser Englisch zu verbessern, um neue Freunde zu finden, um neue Erfahrungen zu machen“, sagen sie. „Und um nach Berlin zu fahren“, ergänzen sie.

Der Besuch der Hauptstadt stand am vergangenen Sonnabend auf dem Plan. Den Sonntag nutzten einige, um die Gegend zu erkunden, einige fuhren nach Zerbst ins Freibad. Heute soll es nach Leipzig gehen.

Am Wochenende kommen die ausländischen Gäste dann in den Genuss, beim Deetzer Sommerfest dabei zu sein und zu erleben, wie die Deutschen feiern. „Sie werden auch ein bisschen bei der Kinderbelustigung helfen“, so Ulrich Weimeister.

Bis zum 25. August ist die Gruppe noch auf dem Jugendbauernhof. Ab 27. August findet ein weiteres Workcamp statt.

Da werden noch einmal bis zu 18 Teilnehmer erwartet, die dann auch drei Wochen in Deetz arbeiten und leben werden.