Fußball-Landesklasse 3

Ronny Kryk räumt seinen Platz bei der Reserve des MSV Börde

Beim MSV Börde II hat es in der Winterpause einen Wechsel an der Seitenlinie gegeben: Ronny Kryk zeigt sich nicht mehr für die Geschicke der Landesklasse-Elf verantwortlich.

Von Kevin Gehring 29.01.2022, 00:15
Ronny Kryk muss sich von seinem Stammplatz an der Seitenlinie verabschieden. Der 43-Jährige hat seinen Trainerposten beim MSV Börde II zur Verfügung gestellt.
Ronny Kryk muss sich von seinem Stammplatz an der Seitenlinie verabschieden. Der 43-Jährige hat seinen Trainerposten beim MSV Börde II zur Verfügung gestellt. Foto: Eroll Popova

Magdeburg - Allmählich steigen auch die Landesklasse-Fußballer des MSV Börde II wieder in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte ein. In dieser Woche hatte Ronny Kryk seine Mannschaft zur ersten Einheit des Jahres gebeten – anwesend sein konnte er dabei allerdings nicht, weil sich der Selbstständige in Isolation befindet. Auch künftig wird Kryk seltener in der Harsdorfer Straße anzutreffen sein. Denn am Dienstagabend informierte der 43-Jährige das Team über seinen Rücktritt. „In den vergangenen Monaten fehlte immer mehr die Zeit, um dem Sport in angemessener Form nachzugehen“, begründet Kryk diesen Schritt und ergänzt: „Die vergangenen zwei Jahre waren beruflich und familiär sehr bewegt.“

Bawol leitet künftig die Geschicke

Sein Nachfolger steht schon bereit. „Marcus Bawol ist ab sofort für die Mannschaft hauptverantwortlich“, erklärt Martin Riemann, der beim MSV Börde für den Herrenbereich zuständig ist. Mit dem Wissen um Kryks vollen Terminkalender wurde Bawol in der Hinrunde bereits als Co-Trainer installiert. „Es war vorgesehen, dass er die Mannschaft dann im Sommer übernimmt“, erzählt Riemann. Da Kryk nun vorzeitig seinen Abschied ankündigte, sei die „Beförderung“ Bawols, der in der vergangenen Saison die zweite Damenmannschaft des Magdeburger FFC coachte und davor im Börde-Nachwuchs tätig war, „der logische Schritt“, so Riemann.

Für Kryk gleicht dieser Übergang jenem, der ihn selbst in der Saison 2018/19 ins Amt brachte. Auch er war damals als Co-Trainer in die Spielzeit gestartet, übernahm dann im Frühjahr den Posten von Peter Sauerbier. „Er war mein größter Förderer. Ich bin ihm bis heute noch sehr dankbar“, sagt Kryk.

Verjüngung und Landesklasse-Rückkehr geglückt

Den Gang in die Stadtoberliga konnten die Stadtfelder damals als abgeschlagenes Schlusslicht zwar nicht mehr abwenden, doch schon am Tag des Abstiegs kündigte Kryk an: „Wir wollen die Mannschaft verjüngen und dann zurück in die Landesklasse.“ Dieses Vorhaben ging auf – wie auch Riemann lobend hervorhebt. „Ronny hat einen sehr guten Job gemacht. Er hat die Mannschaft nach dem Abstieg neu geformt, viele A-Junioren etabliert und an den Herrenbereich herangeführt.“

Der Lohn folgte im vergangenen Sommer, als nach der Verjüngung auch der Aufstieg erreicht wurde – mit sieben Siegen aus den bis zum Abbruch ausgetragenen sieben Partien. „Es war schade, dass wir die Saison nicht sportlich zu Ende führen konnten, aber die Freude über die Landesklasse-Rückkehr war dennoch sehr groß“, erinnert sich Kryk. Immerhin war „die große Aufgabe“ damit erreicht.

Kryk nimmt sich „schöpferische Pause“

Dass es in der ersten Saison zurück auf Landesebene nicht leicht werden würde, wusste Kryk. „Das ist doch nochmal eine große Umstellung, vor allem für die jungen Spieler“, begründet er. Dennoch holten die Stadtfelder sieben Punkte aus bisher zehn Partien, stehen damit auf dem neunten Rang der Landesklasse, Staffel 3 – und würden damit den angestrebten Klassenerhalt erreichen.

Darum macht sich der nun scheidende Coach ohnehin keine Sorgen. „Ich denke, dass diese Mannschaft in der Landesklasse gut aufgehoben ist und dass sie mit den neuen Erfahrungen aus dem ersten Halbjahr eine gute Rückrunde spielen wird“, so Kryk. In dieser wird dann – wie bei der Einheit am Dienstagabend – Marcus Bawol als Verantwortlicher an der Seitenlinie stehen. Und Kryk? „Ich nehme mir eine schöpferische Pause“, erzählt er und verrät: „Ich habe nicht vor, gänzlich von der Trainerbühne zu treten.“