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FußballSV Liesten macht in Hälfte eins alles klar

Der SV Liesten 22 wurde zum Rückrunden-Start seiner Favoritenrolle in allen Belangen gerecht.

Von Marc Wiedemann 13.12.2022, 06:45
Kampf um den Ball zwischen Lucas Bresch (Liesten) und  Rico Daverhuth (Tangerhütte).
Kampf um den Ball zwischen Lucas Bresch (Liesten) und Rico Daverhuth (Tangerhütte). Foto: Marc Wiedemann

Liesten - Gegen den ersatzgeschwächten SV Germania Tangerhütte fuhr die Mannschaft von Michael Piotrowski, der aufgrund der Rotsperre von Jonathan Gehrke mal wieder selbst im Tor aktiv werden musste, einen souveränen und absolut verdienten 6:0 (6:0)-Heimerfolg ein.

Während die 22er durch diesen Dreier vorbei an Beetzendorf auf Rang fünf klettern und nun nur noch zwei Zähler hinter dem Bronzerang liegen, treten die Germanen als Zwölfter auf der Stelle und haben weiter nur vier Zähler Vorsprung auf die Gefahrenzone.

Wir waren sehr spielfreudig und haben auch in vielen Phasen sehr gut gegen den Ball gearbeitet. In der zweiten Halbzeit haben wir dann etwas den Faden verloren. Wir spielen 0:0, was sicher nicht so doll war.

Michael Piotrowski, Trainer des SV Liesten )

Nach kurzer Anfangsphase ging Liesten in der neunten Minute direkt mit der ersten gefährlichen Situation in Front. Durch einen langen Ball von Hannes Glameyer wurde die gesamte Defensive der Ostaltmärker überlistet. René Mangrapp startete im richtigen Moment und drückte die Kugel humorlos in die Maschen - 1:0. Nur fünf Zeigerumdrehungen später jubelte Liesten erneut und wieder ging es verdammt einfach. Dieses Mal setzte Michael Piotrowski mit einem langen Ball den agilen Mangrapp ins Szene. Dieser schickte Rico Daverhuth ins Karussell und fand im Rückraum dann auch noch den mitgelaufenen Sebastian Grzegorz Kordus. Sein Schuss war zwar sehr zentral, doch der eigentliche Feldspieler Leon Theuerkauf im Tor war dennoch machtlos. Liesten zeigte eine sehr erwachsende Vorstellung im ersten Durchgang. Der SVL ließ defensiv bis auf zwei oder drei Halbchancen der Gäste überhaupt nichts anbrennen. In der Offensive nutzte Liesten vor allem die Fehler von Tangerhütte eiskalt aus. So auch in der 20. Minute. Kordus brachte den Ball in die Box.

Dort ging Eric Riethmüller nur halbherzig zu Werke und ließ die Kugel durchrutschen. Dahinter sagte Mangrapp freundlich Danke. Dieser hatte auf Höhe der Fünfmeterlinie viel Zeit, um sich das Leder in Ruhe zurecht zu legen und anschließend überlegt einzuschieben. Nur 120 Sekunden später war die Messe dann im Prinzip schon gelesen und einmal mehr half Tangerhütte aufgrund fehlender Kommunikation freundlich mit. Felix Taube spielte einen kapitalen Fehlpass nach hinten und setzte damit perfekt Mangrapp in Szene. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und erhöhte ganz locker auf 4:0. Damit war das Spiel natürlich schon nach 22 Minuten durch. Doch trotz der komfortablen Führung, hielt Liesten den Druck hoch. Der SVL machte es gut und bewies zudem auch eine sehr hohe Effizienz. Nahezu jeder Torschuss war nämlich drin. In der 31. Minute machte Mangrapp dann seinen lupenreinen Hattrick perfekt. Allerdings musste der Torjäger zum Schluss auch nur noch den Fuß hinhalten.

Es war nämlich der junge Mathis Beutel, der das Tor auf seiner linken Seite vorbereitete. Der Linksfuß überlief Jonas Zeihn und brachte die Kugel dann auch noch punktgenau in die Box, wo Mangrapp dann unbedrängt ein leichtes Spiel hatte. Als Oskar Andrzej Czaplinski sieben Minuten später aus dem Gewühl heraus ein weiteres Tor erzielte, war dann auch das halbe Dutzend voll - 6:0. Beinahe wäre die Piotrowski-Elf sogar mit einem 7:0 in die Pause gegangenen, doch Kordus scheiterte erst mit seinem Schlenzer an der Latte (41.) und Filip Branimirov Mateev setzte anschließend einen Foulelfmeter - Riethmüller holte Kordus von den Beinen - an den Außenpfosten (45.+1).

Mit diesem Ergebnis war klar, dass Liesten nach dem Seitenwechsel nun den einen oder anderen Gang herunterschalten wird. Die 22er hatten weiter mehr vom Spiel und kamen auch immer mal wieder in die Gefahrenzone, doch zwingend wurde es in den zweiten 45 Minuten nicht mehr. Im Prinzip warteten die Anhänger des SV Liesten 22 vergeblich auf einen Schuss auf das Tangerhütter Tor. Ganz anders die Germanen. Die Gäste aus Tangerhütte ergaben sich trotz des hohen Rückstandes nicht ihrem Schicksal und behielten die Köpfe oben. Die Ostaltmärker hatten hinten nun eine viel bessere Ordnung und ließen sich auch nicht mehr so leicht überspielen. In der Offensive wäre der Ehrentreffer nicht nur einmal möglich gewesen. Allerdings fehlte die Qualität im Abschluss. Weil Hannes Heuer (54./drüber, 85./Außenpfosten) und Chris Ruf (61./vorbei, 65./stark gehalten, 86./vorbei) ihre jeweiligen Möglichkeiten allesamt vergaben, blieb es am Ende beim 6:0-Heimerfolg des SV Liesten 22.

Michael Piotrowski (Trainer von Liesten): „Wir waren heute sehr spielfreudig und haben auch in vielen Phasen sehr gut gegen den Ball gearbeitet. In der zweiten Halbzeit haben wir dann etwas den Faden verloren. Wir spielen 0:0, was sicher nicht so doll war. Wenn der Platz es zulässt, wollen wir nächste Woche gegen Stendal II auf jeden Fall noch spielen, weil wir nicht schon im Februar mit den Pflichtspielen starten wollen. Dann ist Weihnachten und erstmal Pause, wo dann ja auch noch ein paar verletzte Spieler zurückkehren werden.“

Marcel Marx (Trainer von Tangerhütte): „Von einer derben Niederlage würde ich nicht unbedingt sprechen, zumal wir ja auch ersatzgeschwächt und zudem ohne Torhüter angereist sind. So musste Leon Theuerkauf als Feldspieler ins Tor. In der ersten Hälfte hätten wir zwei oder drei Tore alleine durch ein besseres Stellungsspiel sicher verhindern können. Es waren schon einige Geschenke dabei, die Liesten eiskalt ausgenutzt hat. In der Halbzeit hatten wir dann die Wahl. Entweder wir lassen uns abschieden oder wir bringen das Spiel noch gut über die Runden. In der zweiten Halbzeit muss ich meinen Jungs ein Kompliment machen. Liesten hat nach dem 6:0 zur Pause zwar weiter Druck gemacht, war aber längst nicht mehr so zielstrebig. Wir waren durch ein paar Umstellungen nun viel besser im Spiel, weil wir mehr Zugriff hatten. Wir haben verletzungsbedingt aktuell Probleme und sind mit einer Rumpftruppe hergefahren. Trotzdem haben wir irgendwo das Beste aus der Situation gemacht, wobei das 0:6 ziemlich hoch ist. Anhand unserer Chancen hätten wir auch drei oder vier Tore machen können, doch uns fehlte etwas die Kaltschnäuzigkeit. Jetzt geht es in die Winterpause und gut ist. Uns hat es heute etwas gewundert, dass wir unter diesen Bedingungen spielen. Spiele gegen Osterburg und Stendal II werden in der Saison abgesagt und nun wird gespielt, weil wir wieder alle Spieler an Bord sind. Aber dafür sind sie ja bekannt. Wir werden gestärkt in das neue Jahr starten und unser internes Ziel Klassenerhalt auch erreichen.“

SV Liesten 22: Piotrowski - F. Mateev, Bresch, Beutel (59./Hackfurt), Mangrapp, Kordus, O. Czaplinski, Müller, Ha. Glameyer, He. Glameyer (59./Zurleit), M. Czaplinski (73./Bastian).SV Germania Tangerhütte: Theuerkauf - Zeihn, Riethmüller (68./Ließmann), Heuer, Buchholz, Paul, Taube, Gürtler, Göhring, Daverhuth, Ruf.Torfolge: 1:0 René Mangrapp (9.), 2:0 Sebastian Grzegorz Kordus (14.), 3:0, 4:0, 5:0 René Mangrapp (20., 22., 31.), 6:0 Oskar Andrzej Czaplinski (38.).SR.: Edgar Brehmer.Besondere Vorkommnisse: Filip Branimirov Mateev verschießt einen Foulelfmeter (45.+1/SV Liesten 22).Zuschauer: 55.