Tennis

Déjà vu für Wernigeröder Bundesliga-Team

Die Herren 30 vom TC Wernigerode müssen weiter auf ihr erstes Erfolgserlebnis in der Bundesliga warten.

Von Ingolf Geßler
Die Herren 30 vom TC Wernigerode (rot-weiße Trikots) vor dem Match gegen den TC St. Hubert aus Kempen: (hinten von links) Sebastian Beilecke, Marek Dvorak, Martin Kamenik und André Timme sowie (vorn von links) Erik Voloshin, Stephan Sterzik und Martin Fafl.
Die Herren 30 vom TC Wernigerode (rot-weiße Trikots) vor dem Match gegen den TC St. Hubert aus Kempen: (hinten von links) Sebastian Beilecke, Marek Dvorak, Martin Kamenik und André Timme sowie (vorn von links) Erik Voloshin, Stephan Sterzik und Martin Fafl. Foto: Verein

Wernigerode - Wie schon vorige Woche im Auftaktspiel gegen TTKSachsenwald aus Hamburg, musste sich das Team um Mannschaftsführer Stephan Sterzik auch TuSSt.Hubert aus Kempen in der zweiten Saisonpartie auf heimischen Plätzen mit 4:5 geschlagen geben.

Die Partie nahm einen nahezu identischen Verlauf wie beim ersten Bundesliga-Auftritt, allerdings fühlte sich die Niederlage diesmal noch ein wenig unglücklicher an. Schon in den sechs Einzelbegegnungen lief das Spiel in die falsche Richtung, zu Gunsten der Gäste aus Kempen. Der TuS St. Hubert lieferte eine starke Leistung ab, hatte in den entscheidenden Partien aber auch das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite.

Für die beiden Punktgewinne in den Einzeln zeichneten wie schon im Auftaktspiel André Timme und Marek Dvorak verantwortlich. Der diesmal an Nummer vier spielende Timme besiegte Bastian Cornelius mit 7:6 und 6:4, der ins untere Paarkreuz gerückte Marek Dvorak bezwang Christof Wolf deutlich mit 6:1, 6:2. Erik Voloshin fand viel zu spät zu seinem Spiel, dies nutzte sein Gegner, der Niederländer Bart Vincent de Gier, eiskalt aus. Trotz der Steigerung im zweiten Durchgang gingen am Ende beide Sätze glatt mit 1:6 und 1:6 verloren.

Im Spitzeneinzel diktierte Gästespieler Kevin Deden mit seinem harten und aggressiven Grundlinienspiel von Beginn an die Partie, der frisch gebackene Vater Martin Fafl sah sich ständig in die Defensive gedrängt. Doch die tschechische Nummer eins im Team des TCW bewies Kampfgeist und konnte das Spiel immer mehr an sich reißen. Mit einer tollen Energieleistung entschied er Durchgang zwei mit 7:6 zu seinen Gunsten. Im entscheidenden Satz war Martin Fafl dann allerdings vom Pech verfolgt, Deden drehte enorm auf, gewann den Champions-Tie-Break mit 10:2 und damit auch das Match.

Bei Martin Kamenik lief es ähnlich unglücklich. Er traf auf den zweiten Niederländer, Jeroen van der Ven, beide Kontrahenten schenkten sich bis zum Schluss nichts. Auch hier wurde das Match am Ende durch ein paar weniger Fehler und ein paar mehr Linientreffer zugunsten der Kempener entschieden. Kamenik musste sich mit 6:2, 1:6 und 5:10 geschlagen geben.

Es war echt ärgerlich, ich habe so gut gespielt, hatte nach den Eindrücken der ersten Aufschlagspiele auch sehr gute Siegchancen. Durch die Verletzung hat sich alles gedreht.

Sebastian Beilecke, TC Wernigerode

Richtig bitter wurde es für den Lokalmatadoren Sebastian Beilecke. Er lieferte Simon Dörsing ein Duell auf Augenhöhe, verlor aber, schon von Adduktorenproblemen geplagt, den ersten Satz knapp mit 4:6. Zu Beginn des zweiten Satzes musste Beilecke den immer stärker werdenden Schmerzen Tribut zollen und beim Stand von 1:1 aufgeben.

„Es war echt ärgerlich, ich habe so gut gespielt, hatte nach den Eindrücken der ersten Aufschlagspiele auch sehr gute Siegchancen. Durch die Verletzung hat sich alles gedreht. Das ist wirklich schade, zumal wir so um die Bundesliga gekämpft haben“, bedauert Sebastian Beilecke sein voraussichtlich frühzeitiges Saisonaus aufgrund eines leichten Muskelfaserrisses.

Statt des durchaus möglichen Gleichstandes stand also nach Abschluss der Einzel, wie schon gegen den TTK Sachsenwald, ein 2:4 im Ergebnistableau. Mit leichter Resignation ging es in die entscheidenden Doppelpartien – nicht die erhoffte Ausgangslage.

Doch hier zeigten die Mannen vom TC Wernigerode wie schon in der Vorwoche eine tolle Mentalität und großen Kampfgeist. Die Platzherren wollten sich keineswegs unter Wert verkaufen. Durch die Siege von Martin Fafl und Martin Kamenik (7:6, 6:1 gegen van der Veen/Mühlinghaus) im ersten und André Timme und Erik Voloshin (6:3, 0:6, 10:3 gegen Deden/Wolf) im zweiten Doppel konnte der Rückstand egalisiert werden. Doch im dritten Doppel behielten die Gäste, die hier als taktischen Schachzug ihr stärkstes Duo aufboten, das Heft in der Hand. Bart Vincent de Gier und Bastian Cornelius setzten sich gegen Stephan Sterzik/Marek Dvorak klar mit 6:1 und 6:1 durch und sicherten dem TuS St. Hubert den noch fehlenden fünften Punkt zum Mannschaftserfolg.

„Dennoch kann unsere Mannschaft stolz auf sich sein, denn sie hat erneut mit begeisternden Spielen und toller Moral ihre Bundesliga-Tauglichkeit unter Beweis gestellt- Einziges Manko: Sie hat sich leider dafür selbst bisher nicht belohnt“, resümierte Vorstandsmitglied Matthias Carius.

In der nächsten Woche muss die Mannschaft dann erstmals auswärts antreten. Beim Tabellendritten Dorstener TC, der sich am Wochenende mit 7:2 beim TTK Sachsenwald durchsetzte, wartet erneut eine schwere Aufgabe.

Sebastian Beilecke erwischte im Einzel einen vielversprechenden Start, musste dann aber zu Beginn des zweiten Satzes wegen einer Adduktorenverletzung aufgeben.
Sebastian Beilecke erwischte im Einzel einen vielversprechenden Start, musste dann aber zu Beginn des zweiten Satzes wegen einer Adduktorenverletzung aufgeben.
Foto: Ingolf Geßler