Die Betreiber des Internetportals Wikileaks machen brisante Dokumente öffentlich zugänglich. Das heiße Material erhalten sie von anonymen Informanten. Journalisten und Blogger sollen die Dokumente aufgreifen und die Öffentlichkeit informieren. Dass der Name an das Mitmach-Lexikon Wikipedia erinnert, ist gewollt. Bei Wikileaks geht es aber speziell um geheime Dokumente, das englische Wort "leak" bedeutet "undichte Stelle".

Die Informanten werden auch "Whistleblower" (Tippgeber) genannt. Die Macher von Wikileaks bezeichnen ihre Plattform als unzensierbar. Eine komplexe technische Infrastruktur soll gewährleisten, dass die Dokumente nicht mehr zu löschen sind. Zuletzt hatte Wikileaks im Oktober mit der Veröffentlichung geheimer US-Militärdokumente über Kriegsverbrechen im Irak für Aufregung gesorgt.

Als führender Kopf von Wikileaks gilt der Aktivist Julian Assange. Der Australier steht auch im öffentlichen Fokus, weil die schwedische Justiz wegen Verdachts auf Vergewaltigung und sexueller Belästigung international nach ihm fahnden lässt. Assange wies alle Vorwürfe zurück und sprach von einem vom US-Verteidigungsministerium gesteuerten Komplott. Wo er sich derzeit aufhält, ist unbekannt.(dpa)