Das Münchner Oberlandesgericht fordert das Glück heraus und lässt losen. Hätte es sich dazu durchgerungen, einfach drei Presse-Stühle zusätzlich in den Gerichtssaal stellen zu lassen, wäre dem Spruch aus Karlsruhe genüge getan gewesen und der NSU-Prozess hätte nicht verschoben werden müssen.

"Hätte" und "wäre" haben nirgendwo Bestand, schon gar nicht vor Gericht. Da gelten Tatsachen. Tatsache ist, dass das Gericht einen komplizierteren Weg wählte, um nunmehr politisch korrekt einem breiten öffentlichen Interesse nachzukommen. Freilich wird man es auch hier nicht allen Recht tun. Bei der verfahrenen Lage ist das kein Wunder.

Auch wenn das Losverfahren etwas von Lottoziehung hat - jetzt haben Angehörige der Opfer wenigstens die Chance sich über ihre Medien davon zu überzeugen, wie die deutsche Justiz in einem rechtsstaatlichen Verfahren gegen Mord und Terrorismus vorgeht.