Eine Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok. Neu ist die Idee ja nicht, aber deshalb nicht weniger verlockend. Gut, dass der russische Regierungschef Wladimir Putin das kühne Projekt zur Sprache bringt, bevor er heute mit der deutschen Kanzlerin ins Gespräch kommt. Verdeutlichen doch Putins Überlegungen, welch ungeheures Potential sich erschließen ließe, würden Russland und die EU ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten bündeln. Das wäre nicht nur gut zur Krisenbewältigung, das könnte beiden auch künftig zum Vorteil gereichen.

Wären da nicht die Details, in denen der Teufel steckt. So ist beispielsweise nicht nur der europäische Energiemarkt feinstens aufgeteilt, auch russische Energiekonzerne haben ihren heimischen Markt abgeschottet. Zudem setzt ein Gestrüpp aus juristischen Fallstricken, Zollschranken, Gebühren und etlichen Unsicherheiten Grenzen. Aber wo ein politischer Wille ist, sollte auch ein Weg sein. (Politik)