Nach einem zweifelhaften Gesundheitsgesetz nimmt sich der zuständige Minister Philipp Rösler nun der fälligen Reform im Pflegebereich an. Es gilt, eine anrollende sozialpolitische Lawine zumindest zu bremsen: Der steigenden Zahl pflegebedürftigen Deutschen steht ein dramatischer Personalmangel entgegen.

Rösler ahnt, dass sich diese Schere mit Kompanien osteuropäischer Pflegekräfte nicht schließen lassen wird. Durch die Kombination von Kranken- und Altenpflegeausbildung könnte der Pflegejob ein "reizvoller Arbeitsplatz" für hiesige Interessenten sein, meint er. Nun ja, vor allem ist es schwere Arbeit, die jämmerlich bezahlt wird. So ist löblich, wenn der Minister einen Appell an die Arbeitgeber für angemessene Bezahlung loslässt. Doch Pflegemitarbeitern wäre schon geholfen, wenn der empfohlene Mindestlohn endlich Gesetz würde. Wobei die geplante Schere zwischen 8,50 Euro (West) und 7,50 (Ost) schon wieder unverschämt ist.