Nicht Dschungel-Camp, sondern Bundeswehr-Camp: TV-Moderator Johannes B. Kerner hat in Afghanistan mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Soldaten eine Talkshow produziert. Der Krieg als Unterhaltung vor der Glotze – das müsste sich angesichts von mehr als 40 deutschen Soldaten, die bisher am Hindukusch gefallen sind, eigentlich verbieten.

Nicht so für Kerner. Der sitzt seit seinem Wechsel vom ZDF zu Sat.1 im Quotenkeller. Ein Moderator, der sich für unersätzlich hält, muss erfahren, dass die Zuschauer auf ihn verzichten können. Da kommt das Feldlager wie gerufen. Endlich mal ein Thema, das Deutschland wirklich umtreibt!

Eine zweifelhafte Rolle spielt hier auch der Verteidungsminister. Dass er die große Öffentlichkeit liebt, ist bekannt. Doch die war ihm schon durch die Begleitung seiner Gattin gewiss. Guttenberg hätte Kerner zu Hause lassen können, ja müssen.