München (dpa). Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat dank der anziehenden Nachfrage im Inland den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Der ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im November zum sechsten Mal in Folge und lag mit 109,3 Punkten deutlich höher als von Experten erwartet. "Die deutsche Wirtschaft schraubt sich immer höher", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn in München.

Im Oktober hatte der Index noch bei 107,7 Punkten gelegen. Der deutliche Anstieg im November überraschte auch Volkswirte, die unter anderem wegen der Schuldenkrise im Euroraum mit einem Stillstand gerechnet hatten.

Der Index des ifo-Institutes für Wirtschaftsforschung gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Er wird monatlich aus einer Befragung von rund 7000 Firmen aus der Industrie, dem Einzel- und Großhandel sowie der Bauwirtschaft ermittelt.

Zu dem Aufwärtstrend trug im November erstmals auch der Einzelhandel kräftig bei. Vor allem der stärkere Konsum im Inland, die Erholung des Arbeitsmarktes und die Aussicht auf Lohnerhöhungen hätten dazu beigetragen. Die Schuldenkrise in Irland, Portugal oder Griechenland und die Diskussion um eine Währungskrise in der Euro-Zone trübten die Erwartungen in der Industrie nur leicht. Die EU-Krisenländer machten zusammen nur einen sehr kleinen Markt für die deutsche Exportindustrie aus.