Düsseldorf (dpa). Die deutsche Stahlindustrie hat die tiefste Krise der Nachkriegszeit überwunden. Mit einem erwarteten Produktionsplus um 35 Prozent im zu Ende gehenden Jahr hat die Branche wieder deutlich an Fahrt gewonnen. Für das Jahr 2010 rechnet die Düsseldorfer Wirtschaftsvereinigung Stahl in einer gestern vorgelegten Prognose nun mit einer Produktion von knapp 44 Millionen Tonnen. Damit hat der Branchenverband seine Vorhersage ein weiteres Mal nach oben korrigiert. Im Krisenjahr 2009 war die Produktion noch auf einen Tiefpunkt von 32,7 Millionen Tonnen eingebrochen.

Für das kommende Jahr 2011 will der Verband seine Prognose erst zum Jahreswechsel vorlegen. Angesichts der hohen Steigerungsraten im laufenden Jahr und der bereits erreichten Kapazitätsauslastung von 83 Prozent müssten die Zuwächse jedoch naturgemäß niedriger ausfallen als noch 2010, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Sorgen bereiteten der Branche jedoch der dramatische Anstieg der Rohstoffpreise.