Den Steinbackofen im Backhaus haben die Klüdener für die Gäste ihres sechsten Weihnachtsmarktes angeheizt. Im Ofen werden Brote und ein Wildschwein gebacken. Wilfried Leberecht hat den Ofen nach altem Vorbild in seiner Freizeit für die Bewohner von Klüden gebaut.

Klüden l Helmut Chelvier hat nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder Brot in einen Backofen geschoben. "Sein Vater war unser Bäcker. Helmut half in der Backstube seiner Eltern. Vor 30 Jahren schloss die Bäckerei", erzählt der Klüdener Ottmar Schmicker und beißt genussvoll in eine frisch gebackene Brotscheibe, die mit köstlichem Schmalz bestrichen ist.

Zum sechsten Mal veranstalten die Mitglieder des Klüdener Kulturbundes einen Weihnachtsmarkt. Der erste Markt fand 2008 in der Scheune von Reinhard Hoffmann statt. Nun dient der Hof des ehemaligen Schulhauses als Ort des vorweihnachtlichen Geschehens.

Zum ersten Mal hält Ingo Brune alle Fäden der Organisation in seinen Händen. "Es ist meine erste Amtshandlung, denn ich habe vor kurzem den Vorsitz von Rudolf Oelze übernommen", erklärt Brune. Er bedankt sich bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste im Besonderen beim Kulturbund und allen fleißigen Helfern des Marktes. Einen Gutschein als Geschenk überreicht der neue Vorsitzende an Heinz Oelze für sein 40-jähriges Engagement im Kulturbund.

Geschenke hat auch der Weihnachtsmann, der mit dem Feuerwehrauto anreist, für alle Kinder im Sack. Sein Besuch ist der absolute Höhepunkt des Markttreibens. Der Bärtige kennt mit der Zeit die braven Sprösslinge des Ortes. Mit Witz und Fingerspitzengefühl erobert der Rotkittel die Herzen der kleinen und großen Klüdener.

Genau so sehnsüchtig wie die Kinder auf den Weihnachtsmann warten die Erwachsenen auf das Öffnen des Backofens. Denn dort schmort inzwischen ein Wildschwein, das die Klüdener Jäger extra für den Schmaus geschossen haben. Den Ofen hat Wilfried Leberecht, gelernter Schornsteinbauer, vor drei Jahren nach altem Vorbild gebaut. Ursprünglich sollte der Ofen auf dem Bäckerplatz errichtet werden. Doch dann hatten es sich die Klüdener anders überlegt, denn auf dem Bäckerplatz hätten sie den Ofen nicht im Blick. Im ehemaligen Stallgebäude auf dem alten Schulgelände scheint der Ofen nun die idealen Platz zu haben.

Nicht nur sprichwörtlich lecken sich die Gäste vom leckeren Braten die Finger ab. Um das Festessen gebührend zu verdauen und auf den Zusammenhalt im Ort anzustoßen, prosten sich die Klüdener mit einem Kräuterelixier zu.

Zu über 150 Gästen, die auch aus Gardelegen, Satuelle, Seggerde und den umliegenden Orten kommen, zählen auch Marlies Wagner und Renate Hasewinkel aus Letzlingen und Rosemarie Raabe aus Flechtingen. "Wir sind gebürtige Klüdenerinnen", verraten sie und gestehen, dass sie immer wieder sehr gern an den Ort, wo ihre Wiege stand, zurückkehren.

 

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