Vor 62 Jahren legte Heinrich Jacobs seine Meisterprüfung als Schmied ab. Erstmals in diesem Jahr von der Handwerkskammer aufgelegt, erhielt er jetzt den Diamantenen Meisterbrief.

Bregenstedt l Als Heinrich Jacobs vor mehr als 70 Jahren seine Lehre als Schmied begann, hätte er sich seine Karriere nicht träumen lassen. Mehr als 60 Jahre nach seiner Meisterschule erhielt er vor kurzem seinen Diamantenen Meisterbrief aus den Händen von Werner Vesterling, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg.

Diese Ehrung wurde erst in diesem Jahr eingeführt - darum gab es den Brief für Heinrich Jacobs erst 62 Jahre nach seinem Meisterbrief.

Geboren in Erxleben, kam er nach der achtjährigen Schulzeit in die Lehre nach Uhrsleben. Dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, davon kann Heinrich Jacobs ein Lied singen. Gesellenjahre folgten in Wannefeld und Groß Santersleben. Bei Ebelings in Groß Santersleben baute er in der Schmiede noch Gummiwagen, erinnert sich der Jubilar. Mit dem Krieg musste der junge Mann dann alle seine beruflichen Kenntnisse zunächst daheim lassen.

Zurückgekehrt aus Kriegsgefangenschaft, absolvierte er 1949 die Meisterschule in Magdeburg

Dass er mit seiner Lieselotte eine Frau kennenlernte, die aus einer Schmiedefamilie stammt, nennt er Zufall. "Wir haben uns auf dem Tanzboden gesehen und verliebt", sagt der 90-Jährige. Die Schmiede der Meyers in Bregenstedt wurde ab dem Jahr 1951 zu Heinrich Jacobs\' Leben.

Die hauptsächliche Einnahmequelle des Schmieds von damals war der Hufbeschlag. Zirka 80 Pferde gab es allein in Bregenstedt, und damit viel Arbeit. Noch heute zeugen Ringe in den Wänden von den Plätzen, an denen die Pferde "neue Schuhe" verpasst bekamen.

Dafür musste Heinrich Jacobs sogar extra noch eine Schule in Halberstadt besuchen. In der Beschlagschule stellte er Hufeisen in unterschiedlichsten Größen her. Heute noch zieren die Stücke von einst die Werkstatt, die von Sohn Eckhard und Enkel Steffen mittlerweile als Bauschlosserei weitergeführt wird.

Doch wann immer seine Kenntnisse und Erfahrungen gefragt sind, ist auch Heinrich Jacobs noch in der Werkstatt zu finden. Sie ist sein Leben, das man nach so langer Zeit nicht so einfach hinter sich lassen kann, zumal sie direkt vor der Wohnungstür liegt.

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