Elbe-Havel-Land l Die Flut aus dem Süden von Fischbeck hatte auch den Garten von Brunhilde und Werner Rohde aus Kamern stark in Mitleidenschaft gezogen. Viele Pflanzen sind eingegangen, die Koniferen beschädigt. Dennoch will das Rentnerehepaar an diesem Sonntag mit dabei sein, wenn die "Gartenlandschaft Altmark" wieder öffnet. "Wir wollen zeigen, was man mit der Hände Arbeit bewältigen kann", sagt Brunhilde Rohde.

Seit Wochen sind beide dabei, ihr grünes Kleinod in der Chausseestraße 19 wieder herzurichten. Die Pumpen, Anlagen und Springbrunnen sind wieder vorzeigbar. Unter anderem an den kunstvoll beschnittenen Koniferen allerdings sind die Flutfolgen noch sichtbar. Bei manchen Pflanzen wird gehofft, dass sie doch wieder austreiben. Das Deichbruchwasser hatte nicht nur den Garten geflutet, sondern auch den Keller des Wohnhauses bis fast zur Decke. Außer am Mittwoch, als Werner Rohde 73 Jahre alt wurde und sie sich eine kleine Auszeit beim Wellness gönnten, schuften beide, um alles wieder in Ordnung zu bringen.

Fotos zeigen Zerstörung durch die Flut

"Wir sind es den vielen Leuten schuldig, unseren Garten wieder zu öffnen", sagt Brunhilde Rohde und berichtet von lieben Einträgen im Gästebuch. An Sonntagen der offenen Gärten waren es 200 bis 250 Besucher im Kamernschen Garten. Aber auch außerhalb dieser Termine schauten sich gern Gruppen auf dem 3000 Quadratmeter großen Areal mit Kunstwerken aus Holz und Ton, drei Teichen mit Wasserfällen und Seerosen und den Koniferen um. An diesem Sonntag können die Besucher auch Fotos sehen, wie das Wasser im Garten gewütet hat.

Das ist auch bei Sven Bünger und Dirk Boldt in der Dorfstraße 44 in Schönfeld möglich. Sie wollen zeigen, dass nach dem Hochwasser Gäste wieder im Elbe-Havel-Land willkommen sind. Die beiden jungen Männer haben eine Vorher-Nachher-Schau vorbereitet. In ihrem einstigen Vorzeigegarten hatte das Wasser viele Pflanzen zerstört. Zum Beispiel die über 100 Rhododendren, über deren prachtvolle Blüte sich noch im Mai dieses Jahres 330 Besucher der "Gartenlandschaft Altmark" erfreut hatten.

Seit 2007 beteiligen sich beide an der Aktion des Tourimusverbandes Altmark. Auch beim jüngsten Aktionstag im Juli machten sie mit, wollten dokumentieren, was die Flut angerichtet hat und Fotos zeigen. Blühende Pflanzen sind trotz der großen Schäden auf dem 3000 Quadratmeter großen Areal zu entdecken, denn die Blumenkübel konnten noch rechtzeitig höher gestellt werden.

"Effi-Schaukel" lädt in Sandau zum Träumen ein

Der dritte private Garten, der sich am Sonntag im Elbe-Havel-Land öffnet, ist der von Sybille und Rolf Wernitz in der Triftstraße 2 in Sandau. Einmal im Jahr öffnet sich das idyllisch angelegte Gartenparadies für die Besucher. Die großzügige Gestaltung des 1500 Quadratmeter großen Gartens gefällt vielen Besuchern. Überall gibt es Sitzmöglichkeiten. Weinlaube, natürlicher Badeteich, Insektenhotel und Gewächshäuser geben möglicherweise dem einen oder anderen Besucher Anreiz zum Nachahmen.

Gern nutzten Besucher bisher auch die "Effi-Schaukel", die mit einem dicken Tau am Baum festgemacht ist und zum Träumen einlädt. Sybille Wernitz hat sie sich in Anlehnung an Fontanes "Effi Briest" von ihrem Mann gewünscht. Bonsais und Kakteensammlungen erfreuten die Gäste ebenfalls.

21 private Gärten und öffentliche Parks sind am Sonntag innerhalb der "Gartenlandschaft Altmark" geöffnet. Der Tourismusverband Altmark lädt alle Interessenten zu einer Rundfahrt ein. Bei herrlichem Sommernwetter ist das sicherlich auch auf dem Fahrrad möglich. Kamern, Sandau, Schönfeld sind gut per Rad zu erreichen. Die Gartenbesitzer freuen sich, ihre liebevoll gestalteten Kleinode Gästen zu zeigen.