Für den Ahlumer See brechen wieder einmal neue Zeiten an. Seit einigen Wochen haben Carola Konkiel und Petra Hill das Gelände als Pächter übernommen. Sie wollen die vom Ehepaar Schneider geschriebene Erfolgsgeschichte des Sees fortsetzen und dabei auch eigene Akzente setzen.

Ahlum l Steuert der Ahlumer See nach dem turbulenten letzten Jahr 2012 endlich wieder in ruhigere Zeiten? Wer mit den beiden neuen Pächterinnen spricht, die das Gewässer samt umliegendem Gelände zum 1. November übernommen haben, möchte dies glauben. Die Oebisfelderin Carola Konkiel und Petra Hill aus Holzhausen wollen das, was die langjährigen Seebesitzer Bärbel und Karl Schneider in den Jahren seit der Wende aufgebaut haben, fortsetzen. Die Voraussetzungen sind gut: Beide haben bereits längere Zeit am Ahlumer See im Service- und Küchenbereich gearbeitet, kennen die Leute und die Gegebenheiten vor Ort. Während Petra Hill auf viel Erfahrung in der Gastronomie verweisen kann, kommt Carola Konkiel zudem ihre kaufmännische Ausbildung zugute.

Der Seebetrieb, der durch seine Veranstaltungen und Angebote weit über die Grenzen der Altmark bekannt ist, hat schwierige Monate hinter sich. Anfang des Jahres verkauften Schneiders das Gelände an den Kölner Andres Alvarez, der große Pläne für den See hatte. Doch die ließen sich offensichtlich nicht finanzieren. Erst mussten Handwerker auf ihr Geld für die erbrachten Leistungen beim Umbau der Fischerhütte warten, dann blieben auch noch die fälligen Kaufpreisraten aus. Gut, dass Schneiders für diesen Fall die Option der Rückabwicklung des Vertrages vereinbart hatten. So kehrten die alten Seebesitzer schließlich unfreiwillig aus ihrem Ruhestand in Wolfsburg wieder zurück.

Wieder war Aufbauarbeit angesagt: Stammgäste und verlorengegangenes Vertrauen mussten mühsam zurückgewonnen werden. Nur das völlig heruntergewirtschaftete Restaurant Seestüberl blieb auf der Strecke. "Das werden auch wir nicht wieder aufmachen, es lohnt sich einfach nicht, und der Investitionsbedarf wäre zu hoch", erklärte Carola Konkiel.

Auf der Suche nach einem neuen Seebesitzer wurden Bärbel und Karl Schneider schließlich doch noch fündig. Ein Beetzendorfer Landwirt kaufte das Gelände. Von Anfang an war jedoch klar, dass er den Seebetrieb nicht selbst übernehmen, sondern verpachten will. "Als wir das hörten, haben wir uns gemeldet. Wir haben hier immer gern gearbeitet und kamen mit den Leuten gut klar. Von den Stammkunden bekamen wir ebenfalls großen Zuspruch, so dass wir den Schritt letztlich gewagt haben", berichtete Carola Konkiel.

Froh sind die beiden Pächterinnen vor allem darüber, dass ihnen das Ehepaar Schneider in den ersten Wochen unter die Arme gegriffen hat. "Dafür möchten wir uns bedanken. Sie haben uns mit ihrer Erfahrung geholfen und den Einstieg erleichtert", so Konkiel, die auf die erste große Veranstaltung, den Fischmarkt Anfang November, verwies. "Ohne Schneiders Hilfe wäre der nicht so abgelaufen", ist sich die Oebisfelderin sicher.

Karl Schneider packte in den vergangenen Wochen vor allem bei der Fischräucherei mit an und wies seinen Nachfolger in diesem Handwerk ein. "Die gewohnte Qualität der Fische ist damit auch in Zukunft gesichert", versprach Carola Konkiel.

Für das neue Jahr haben sich die beiden Pächterinnen jede Menge vorgenommen. So sollen zum einen die über Jahre zur Tradition gewordenen Veranstaltungen am See wie das Schiffsmodelltreffen, das Trabitreffen und die monatlichen Floh- und Kleintiermärkte fortgesetzt werden.

Zudem sind aber auch neue Höhepunkte geplant, die die verschiedenen Generationen ansprechen sollen. So gibt es Ende April an zwei Tagen einen Mittelaltermarkt am Ahlumer See und regelmäßige Tanzveranstaltungen (siehe Infokasten). "Jeden Monat ist bei uns etwas los", kündigte die Pächterin an. Auch eine spontane Eisparty auf dem zugefrorenen See - wie unter Schneiders mehrfach geschehen - könne sie sich vorstellen, wenn es das Wetter und die Dicke der Eisschicht hergeben.

Im Herbst wird der See dann auch wieder abgefischt. Das traditionelle Spektakel musste in diesem Jahr ausfallen, weil zuvor neues Wasser eingelassen und der Fischbestand erneuert wurde. "Wir haben jetzt extrem viele Jungkarpfen drin, so dass auch die Angler im nächsten Jahr auf ihre Kosten kommen", erklärte Konkiel.

2012 soll zudem die Wohnung in der alten Wassermühle renoviert werden. Außerdem stehen die Pächterinnen in Verhandlungen mit der Gemeinde über die Sanierung des Toilettenhäuschens auf dem Campingplatz. "Wir hoffen hier auf Unterstützung", so Konkiel.