Neugierige Blicke zieht in dieser Woche das knallbunte Chapiteau auf dem Völpker Schulhof auf sich. Durch die offene Tür der Turnhalle tönt Popmusik auf die Straße, und hinter dem Schulgebäude steht ein Dutzend Igluzelte. Manege frei für Caro Curioso und seine Ferienartisten!

Völpke l Überall verteilt sind Seile, Bälle und Tücher, Kisten, Rollen und Balken - das Rüstzeug für den ambitionierten Akrobaten. Und da, wo gerade eine Gruppe eifrig trainiert, stößt man bestimmt auch auf einen wirren Haufen Schuhe - barfuß ist nämlich zumeist Trumpf bei den "Awolinos".

Ja, der Zirkus ist im Ort - kein gewöhnlicher, denn er ist im Grunde genommen ein Ferienlager mit besonderer Note. Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren quer aus dem ganzen Landkreis sind hier für eine Woche versammelt, jonglieren, tänzeln und balancieren, was das Zeug hält. Einige sind schon waschechte Artisten und wahre Könner auf dem Gebiet der Zirkuskünste, für andere ist das Entdecken und Ausleben ungeahnter Talente absolutes Neuland. "Dieses Ferienprogramm ist schon eine spannende Angelegenheit für die Kinder wie auch für uns Betreuer", sagt Zirkusdirektor Jens Klamm, vielen vielleicht besser bekannt als "Caro Curioso". Als dieser führt er den Mitmachzirkus für Kinder und Jugendliche, der einst aus einem Projekt mit der Arbeiterwohlfahrt Oschersleben (AWO) entstanden ist - daher auch der Name "Awolinos".

Die Ferienmanege sollte ursprünglich im Oschersleber Freibad aufgeschlagen werden, erklärt Jens Klamm. "Das ging dann aber aus logistischen und finanziellen Gründen nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten." Also machte sich "Caro" auf die Suche nach einem Ersatzstandort - und wurde in Völpke fündig. "Bürgermeister Wolfgang Smolin ist 14 Tage vorher in die Bresche gesprungen und hat ausgeholfen, indem er uns das Schulgelände zur Verfügung gestellt hat. Und wir haben hier wirklich tolle Voraussetzungen für alles", dankt Klamm für das Entgegenkommen. Wichtig sei ein Ort gewesen, der nicht nur ausreichend Platz bietet, sondern auch Duschen und eine überdachte Trainings- oder Schlaf-alternative.

Klamm war anfangs selber "etwas skeptisch", wie er zugibt, ob die Kinder bereit seien, in den Ferien eine Woche lang "intensiv zu arbeiten und zu lernen". Immerhin ist man - inklusive Pausen - täglich von 9 bis 18 Uhr auf den Beinen, ehe man es sich allabendlich gemütlich macht und zum Beispiel einer kleinen Feuershow beiwohnt. Doch diese Sorge habe sich schnell erledigt, für die Kinder bedeuten die Tage einfach nur Freude, Spaß, Gemeinschaftlichkeit und auch persönliche Anerkennung. "Wir sind wie eine große Familie", stellt Caro erfreut fest.

Einen öffentlichen Auftritt legt die muntere Ferienzirkustruppe freilich auch noch hin: am morgigen Freitag ab 14 Uhr an der Schule.

   

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