Ein vorweihnachtliches Krippenspiel der besonderen Art ging vor ein paar Tagen auf einem Petersmarker Hof über die Bühne. Drillingskälbchen erblickten dort das Licht der Welt.

Petersmark l "Langlebig, robust, ruhig, gutmütig, beste Muttereigenschaften und vitale Kälber." Diese Eigenschaften stehen unter anderem auf den Internetseiten der Universität Kassel bei der Rassebeschreibung für die weiß- bis cremegelb-farbenen Fleischrinder der "Marke" Charolais.

Da wundert es fast nicht, dass mit "Moni" bei Claudia Hoffmann und Marcel Schulte in Petermark eine Mutterkuh steht, die Zwillingsgeburten quasi abonniert hat. Alle zwei Jahre seit 2001, so der Nebenerwerbslandwirt, bekomme "Moni" zwei Kälber auf einen "Ritt". Nicht so dieses Mal. Da wurden es sogar Drillinge. Zwei Färsen- und ein Bullenkalb erblickten vor wenigen Tagen das Licht der Welt in der Scheune des Vierseitenhofes, den der gelernte Fleischer und die Rechtsanwaltsfachgehilfin (beide stammen aus Goldbeck) 2004 übernommen haben, um über die passende Logistik für ihren etwa 15 Hektar großen Betrieb samt Mutterkuhhaltung zu verfügen.

Der extreme Bauchumfang der Mutterkuh, erinnert sich Schulte, habe schon ahnen lassen, dass es eine besondere Sache wird. Weil die Belastung des Tieres zu groß schien, wurde die Geburt von Tierarzt Dr. Christoph Lagemann auch vorfristig eingeleitet. Der Plätzer Fachmann half dem Nachwuchs, der sozusagen "kreuz und quer" in der Gebärmutter lag, dann auch gesund und munter auf die Welt, freut sich der Hobby-Bauer über das seltene Ereignis, das mit einem Blick auf den Kalender sogar das Zeug zu einer richtigen Bescherung hat.

Der tierische Kindersegen hat nur einen Nachteil. Gemischte Mehrlingsgeburten bei Rindern stehen in der Regel für unfruchtbare weibliche Tiere. Das hängt mit dem Mutterkuchen zusammen, den sich die Geschwister im Gegensatz zu anderen Säugern teilen. Was dafür sorgt, dass die Färsenkälber ein paar Gene von ihren Bürdern abbekommen, worunter wiederum die Ausbildung der typisch weiblichen Organe wie Eierstöcke oder Gebärmutter leidet.

Was sich in dem Fall auch zwischen Daumen und Zeigefinger auswirken dürfte, da die Tiere für die Mast weniger einbringen, als wenn sie für die Zucht verkauft würden, so wie das bislang auf dem Hof Schulte-Hoffmann meistens der Fall war. Dieses Mal dürfte aber gelten, dass die Masse die fehlende Klasse vielleicht wenigstens etwas ausgleicht.

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