Salzwedel l Wegen Betrugs und Diebstahls hat sich ein 67-Jähriger gestern vor dem Salzwedeler Amtsgericht verantworten müssen. Dem Salzwedeler wurde vorgeworfen, am 4. November 2010 eine 70-jährige Frau aus Nürnberg angerufen und sich dabei als Mitarbeiter des Berliner Amtsgericht ausgegeben zu haben. Der Mann hatte der Rentnerin erzählt, sie solle unverzüglich 370 Euro auf ein Konto, dessen Inhaber er ist, überweisen, weil sonst ein Gerichtsverfahren gegen sie eröffnet werden würde. Gegen eine weitere Zahlung von 370 Euro würde das Verfahren komplett eingestellt. Die gutgläubige Frau zahlte die geforderten 370 Euro auf das Konto ein. Zu einer zweiten Zahlung kam es allerdings nicht, da sie von ihrer Bank darauf hingewiesen wurde, dass es sich bei dieser Angelegenheit um einen Betrugsversuch handeln könnte. Daraufhin verständigte die Frau die Polizei.

"Der Detektiv hätte mir doch sagen können, ich soll es zurücklegen"

Der Angeklagte

Der Angeklagte räumte diesen Betrug nicht ein. Er habe mit keiner Frau telefoniert und sei selbst Opfer von Telefonbetrügern aus der Türkei geworden. "Insgesamt wurden fast 4000 Euro auf ihr Konto eingezahlt. Und sie sind auch der einzige Verfügungsberechtigte. Woher kommt denn das ganze Geld und wo ist es hin", fragte der zuständige Richter. Der 67-Jährige gab an, das Geld einer Bekannten ausgehändigt zu haben. Dafür sollte er einen Gewinnanteil bekommen.

Einen Diebstahl in einem Salzwedeler Baumarkt gab der Angeklagte jedoch zu. Er hatte einen Lochschneider im Wert von 35,99 Euro gestohlen. "Der Detektiv in dem Laden hat mich doch dabei gesehen. Er hätte mir doch sagen können, dass ich den Lochschneider zurücklegen soll", gab der Mann dem Sicherheitsmitarbeiter des Baumarktes die Schuld.

Der Rentner wurde wegen Beihilfe zum Betrug und Ladendiebstahl zu einer Gesamtstrafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt. Er will in Berufung gehen.