Eineinhalb Stunden Musikgenuss gab es am Dienstagabend in der Salzwedeler Lorenzkirche. Der Ökumenische Jugendchor Salzwedel erfreute mit seinem Weihnachtskonzert.

Salzwedel l "Mein Herz sprudelt über vor Freude" erklang zum Auftakt aus gut 30 Kehlen das Lied von Matthias Kiemle. Genau das sollte mit diesem Abend erreicht werden - und es gelang. Die Zuhörer in der gut besuchten Lorenzkirche bedankten sich mit viel Applaus für die anspruchsvollen Darbietungen.

Mit dem "Magnificat" von Michael Benedict Bender priesen die Sänger die Heilige Maria. Sie präsentierten den englischsprachigen Text aus dem Lukasevangelium in fünf musikalischen Sätzen. Als Einleitung gab Andreas Müller, Pfarrer der katholischen Gemeinde in Salzwedel, jeweils einen Kurzüberblick über den Inhalt. Zwei der fünf Teile sangen die Solisten Lukas und Ines Förster, Andreas Raub und Annemarie Tiemann allein. Sie meisterten komplizierte Taktwechsel ebenso wie die Sopranstimme das hohe b, das in Kompositionen nur sehr selten vorkommt. Auch dem Publikum gefiel die Darbietung, die mit Gospelelementen durchsetzt war.

Mit dem Lied "For the beauty of the earth" von John Rutter sangen die Jugendchormitglieder ihren Lobpreis von Gott. "Wir sind dankbar für die Schönheit jeder Stunde, jedes Tages, für Güte und Milde", sagte Ines Förster vorm gemeinschaftlichen Auftritt.

Das Werk "Auf diesem Stern" von Winfried Heurich, das anschließend zu hören war, vereint zwölf Lieder über das weihnachtliche Geschehen. Es ist nach 1968 entstanden, "zu einer Zeit, in der die Menschen zum ersten Mal die Erde aus der Perspektive des Mondes sehen konnten", berichtete Andreas Müller. Die zwei jüngsten Texte seien sogar erst im Dezember 2009 geschrieben worden, in der Zeit der missglückten UN-Weltklima-Konferenz in Kopenhagen. Das Stück mache deutlich, dass nicht nur das Kind in der Krippe hilfebedürftig sei, sondern auch die Erde. Diese bedürfe ebenfalls der Aufmerksamkeit und Pflege.

Danach erklang "Night of silence" von Daniel Kantor. Dabei zündeten sie Kerzen am Friedenslicht aus der Geburtskirche Bethlehem an, das die Pfadfinder nach Salzwedel gebracht hatten. "Das soll ein Zeichen sein für die Vervielfältigung", sagte Andreas Müller. Das Licht stehe als Zeichen der Hoffnung, dass der Frieden bei allen Menschen ankommen möge. Die Sänger übergaben die Kerzen den Gästen, die das Licht weiter tragen mögen.

Damit die Weihnachtfreude, so der Wunsch des katholischen Pfarrers, noch eine Weile anhalte, erklang zum Abschluss "O du fröhliche". Die Zuhörer stimmten mit ein. Sie bedankten sich mit viel Applaus für den Gesang und die Begleitung, aber auch bei Kirchenmusikdirektor Matthias Böhlert für die Gesamtleitung. Die Zahl der Instrumentalisten war mit zwei übrigens diesmal sehr überschaubar, weil Anne Kluth und Karin Rosenbladt durch Krankheit kurzfristig absagen mussten.

Jetzt bereitet sich der Chor auf die Fahrt nach Köln vor - und das 15-jährige Bestehen, das im nächsten Jahr gefeiert wird.

 

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