Morgen ziehen die ersten Bewohner in das neue Wohnheim des Christlichen Jugenddorfes in Salzwedel ein. Bei den Vorbereitungen im Gebäude an der Goethestraße half auch die neue Hausleiterin Ines Schellenberg mit.

Salzwedel l Sie ist neu beim Verein Christliches Jugenddorf Deutschland (CJD) in Salzwedel und beginnt ihre erste Leitungstätigkeit auch in einem neuen Wohnheim: Ines Schellenberg. Die Salzwedelerin, die nach Studium und ersten Berufsjahren in ihre Heimat zurückgekehrt ist, empfindet ihre neue Aufgabe als Herausforderung. Denn sie konnte nicht nur die Räume mitgestalten, sondern wird auch die Abläufe in dem Heim, das künftig 18 Menschen mit Behinderung ein Zuhause bieten soll, organisieren. In ihr neues Aufgabengebiet hat sich die junge Frau bereits eingearbeitet. Sie lernte in den vergangenen vier Monaten andere Einrichtungen des CJD in Salzwedel kennen und freut sich nun auf das neue Team und die Bewohner.

Ines Schellenberg hat in Magdeburg Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement studiert. Nach dem Studium arbeitete sie in Göttingen. "Durch meinen Mann bin ich zurück nach Salzwedel gekommen", erzählte sie, gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Tochter und ihrem dreijährigen Sohn. Sie hat nicht nur den Umzug der eigenen Familie gemeistert, sondern packte auch im CJD-Haus tatkräftig mit an, bestückte Küchen mit Geschirr und half, die Wohneinheiten einzurichten.

In dem Gebäude beschäftigt das CJD sieben neue Arbeitskräfte, darunter hauptsächlich pädagogisches Fachpersonal, aber auch zwei Reinigungskräfte, berichtete Jugenddorf-leiterin Barbara Quast. Der Name sei allerdings für die Einrichtungen in Salzwedel ein wenig irreführend. Denn in der Hansestadt werden Erwachsene beschäftigt und betreut.

Auch in das neue Wohnheim ziehen Erwachsene ein - Menschen mit Behinderung zwischen 18 und 65Jahren, die rund um die Uhr betreut werden und immer einen Ansprechpartner vor Ort haben. Warum das CJD das neue Gebäude anmietete? "Weil der Bedarf da war", antwortete Barbara Quast. 27Menschen hatten sich auf die Warteliste für einen Wohnplatz setzen lassen, sei es, weil sie zu Hause nicht mehr betreut werden können oder weil sie eigene Wege gehen möchten.

Alle Ordnungsbehörden hätten ihre Zustimmung gegeben, was noch fehle sei die Bestätigung der Sozialagentur des Landes Sachsen-Anhalt. Barbara Quast ist optimistisch, dass dies aber in Kürze passiert.

So oder so werden morgen die ersten neuen Heimbewohner ihr Quartier beziehen. "Zum 1.August ziehen neun ein, weitere neun dann zum 1.September", berichtete sie. Das Gebäude war seit Ende 2011 für die Bedürfnisse hergerichtet worden. Das CJD hat es von einer Familie gemietet, von der es schon andere Gebäude angemietet hatte. "Als sie gehört hat, dass wir auf der Suche sind, hat sie uns das Haus angeboten", sagte Barbara Quast. Während eines Rundganges durch das Gebäude hätten die Mitarbeiter des CJD dann ihre Vorstellungen anbringen können, so dass das Haus alle Wünsche des Jugenddorfes erfüllt.

Weitere Vorhaben sind in anderen Einrichtungen des CJD in Salzwedel geplant. Unter anderem sind Erweiterungen der Wäscherei und der Werkstatt für Kunststoffverarbeitung geplant, kündigte Barbara Quast an. Genaueres gab sie aber noch nicht bekannt.

Denn vorerst steht das Haus an der Goethestraße im Vordergrund. Interessenten können sich dort am Mittwoch, 12.September, umschauen. Voraussichtlich ab 11Uhr laden Bewohner und Mitarbeiter dann zum Tag der offenen Tür ein, informierte Barbara Quast.