Schönebeck/Staßfurt l Nach dem Fahrplanwechsel ist vor dem Fahrplanwechsel. Nicht erst, wenn die Zeit zum neuen Fahrplan heranrückt, sind die Experten und Verkehrsplaner der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Salzlandkreis am Schreiben des neuen Zahlenwerkes. "Richtig ernst wird es immer ab Januar", berichtete gestern in einem Pressegespräch der Geschäftsführer der KVG Salzland, Bernd Duschek.

Dann nämlich flattern über das Schulamt die neuen Schulzeiten auf die Tische der KVG. Denn der Schülerverkehr, den der Auftraggeber - der Landkreis - dem Busunternehmen mitteilt, ist das Grundgerüst für den Fahrplan. Die Schüler machen eine erhebliche Masse an festen Kunden aus. "Aus diesem Grund wechseln wir unsere Fahrpläne auch immer in den Sommerferien. Das hat den Vorteil, dass wir uns dem Schuljahr mit den Schulzeiten anpassen können", so der Geschäftsführer.

Der Nachteil dieses Prinzipes, der aus Sicht der KVG jedoch marginal ist, ist die Fahrplanumstellung der Deutschen Bahn. Das große Schienentransportunternehmen stellt Mitte Dezember den Fahrplan um. "Darauf müssen wir dann gegebenfalls reagieren, das ist richtig", erklärt Bernd Duschek. Aber in der Regel hat sich der Fahrplan der Bahn eingespielt.

In diesem Jahr aber wird es zu einer deutlichen Veränderung kommen. Die Regionalbahnen auf der Strecke Magdeburg-Halle beispielsweise werden ihren Takt um eine halbe Stunde verändern. Schon jetzt ist die KVG darüber in Kenntnis gesetzt und hat eine mögliche Anpassung Ende des Jahres im Blick. Betroffen davon ist unter anderem der wichtige Anschluss am Bahnhof Calbe/Bahnhof Ost.

"Der Leistungsumfang ist der Nachfrage angepasst."

Doch nicht nur das Schulamt und die Deutsche Bahn haben Einfluss auf den Fahrplan, sondern auch die Kunden selbst - so zumindest schreibt es die KVG in ihrem Vorwort im neuen Fahrplanheft. "Ihre Änderungshinweise und Anregungen wurden von uns bearbeitet und im Wesentlichen dem Verkerhrsangebot hinzugefügt. Der Leistungsumfang ist der Nachfrage angepasst." Schlüsselwörter sind "dem Verkehrsangeobt hinzugefügt" und "Leistungsangebot der Nachfrage angepasst". Was nichts anderes bedeutet, dass auch die KVG als wirtschaftliches Unternehmen schauen muss, was unter dem Strich herauskommt. Einige Beispiele:

* Die Fahrten auf der Line 153 Löderburg-Staßfurt-Neundorf-Aschersleben wurden dem Angebot angepasst, andere Linien übernehmen teilweise.

* Gestrichen wurden die Fahrten auf den Linien 152 Staßfurt-Osterweddingen-Magdeburg (zwei Fahrten pro Richtung) und Linie 154 Staßfurt-Winningen-Aschersleben (eine Fahrt pro Richtung). Wie Bernd Duschek erklärt, gibt es zwischen Staßfurt und Magdeburg "komfortable Verbindungen mit der Bahn". Andere Orte auf der Strecke werden zudem mit anderen Linien abgedeckt.

"Ja, wir haben in Staßfurt einige Durchläufer."

* Auf der Linie Linie 139 Schönebeck-Calbe wurde ein Nachmittagsbus gestrichen, der um 16.25 Uhr. Fahrgäste können davor um 15.25 und danach wieder um 18.45 Uhr in die Saalestadt fahren. Der Grund: zu geringe Auslastung. "Wir prüfen in verschiedenen Abständen die Auslastung unserer Busse", machtRamona Baudis, bei der KVG verantwortlich für die Verkehrsplanung, deutlich.

* Den gleichen Grund betrifft die Fahrt um 17.35 Uhr auf der Linie 133 Schönebeck-Welsleben-Biere-Schönebeck. Die eine Fahrt am späten Nachmittag wurde gestrichen.

* Als positiv von den Kunden, die bereits vorher im Internet über den neuen Fahrplan Einblick hatten, werden jene Überlandbusse angesehen, die auch dem Stadtverkehr zugeordnet sind. "Ja, wir haben in Staßfurt einige Durchläufer, die weiter nach Egeln, Wester-egeln und Etgersleben fahren", betont der Geschäftsführer.

* Nach wie vor ist die Erreichbarkeit einiger Staßfurter Ortsteile nicht opitmal vollzogen. Vor allem aus dem Brumbyer Bereich hagelt es Kritik. Fahrgäste kommen zwar mehrmals am Tag in die Nachbarstadt Calbe, aber ohne umzuteigen nicht in ihre "Mutterstadt" Staßfurt. "Das ist oftmals ein generelles Problem, wo es keine Direktverkehre gibt", hebt Geschäftsführer Duschek hervor. Bestimmte Leistungen am Markt zu etablieren, bedürften einem hohen Kraftaufwand, der am Ende der Wirtschaftlichkeit unterstellt ist.

* Dass Staßfurt an Wochenenden noch enger an die Dörfer angebunden wird, sehen die KVG-Planer derzeit nicht. Bei großen Festen oder Ausstellungen können die Veranstalter auf Pendelbusse der KVG zurückgreifen.

Abschließend noch eine Information für Kunden aus dem Staßfurter und Aschersleber bereich: Die Verkehrsgesellschaft Südharz mbH (VGS) verkauft ab heute keinen Marego-Tarif mehr (Marego ist der Zusammenschluss des Liniennetzes von Magdeburg und den angrenzenden Landkreisen). Stattdessen erkennen die VGS und der Magdeburger Regionalverkehrsverbund sämtliche Tarifprodukte gegenseitig an.

Da die VGS nur drei Haltestellen im Marego-Verbundgebiet bedient, ist lediglich die folgende Strecke betroffen: Die Buslinie 410 von Aschersleben Klinikum über Aschersleben Eislebener Straße bis zum Aschersleber Bahnhof. Alle anderen Linienführungen der VGS befinden sich außerhalb des Verbundgebietes. Fahrgäste können also fortan in den Bussen der VGS nur noch Einzelfahrten (normal und ermäßigt) für die drei Haltestellen kaufen. Nicht mehr möglich ist der Erwerb von anderen Fahrkartenarten sowie für Einzelfahrten anderer Strecken.

Marego-Fahrscheine können weiterhin genutzt werden

Wer schon einen Marego-Fahrschein (Einzelfahrschein, Wochenkarte, Abo-Monatskarte, etc.) besitzt, kann damit wie gewohnt die VGS-Buslinie 410 auf der genannten Strecke nutzen. Das gilt auch für Marego-Fahrscheine und Abo-Produkte, die erst nach dem 1. August 2015 gekauft werden.Genauso können Fahrgäste, die einen Fahrschein der VGS besitzen, zwischen Aschersleben Klinikum und Aschersleben Bahnhof mit der Buslinie 141 der Kreisverkehrsgesellschaft Salzland mbH fahren.