Regen, Regen, Regen: Förmlich ins Wasser fiel am Sonnabend das 17. Pfännerfest in Bad Salzelmen. Nur wenige Besucher wagten sich ins Nass, um in einen mittelalterlichen Markt abzutauchen.

BadSalzelmen l Dass Petrus nicht unbedingt ein Bad Salzelmener sein muss, das schien den Machern des Pfännerfestes am Sonnabend nicht zu stören. Wenngleich es in Strömen regnete, ließen sich die Frauen und Männer in den Ständen nicht die Stimmung vermiesen. Ob am Tresen, über den so mache fruchtige Bowle geschoben wurde, ob am Stand des Regional- und Trachtenvereines, der mit Kirschklump lockte, oder die Mitglieder des Fördervereines des Kreismuseums, die sich wie immer so in den Zuber legten, wie Gott sie schuf: Gelacht wurde überall.

Diese Freude ließ auch den Funken auf die (leider nur) wenigen Besucher überspringen. Fans des mittelalterlichen Marktes kamen trotz des Nieselwetters dennoch auf ihre Kosten. "Ich glaube, der Sprung zurück in die Geschichte begeistert immer wieder", berichtet Vereinsvorsitzender Sven Schumann im Gespräch mit der Volksstimme.

Einfaches Lagerleben, keine Handys, handgemachte Musik, Gaukler, verkleidete Vereinsmitglieder und ein besonderes Gefühl der Gemeinschaft machte auch am Sonnabend wieder das Pfännerfest auf dem historischen Marktplatz vor dem Salzlandmuseum aus. "Wir hatten mit den Pfännerfesten bisher immer Erfolg. Darum haben wir beim Programm auch auf Bewährtes gesetzt", sagt Sven Schumann.

Mit Einbruch der Dunkelheit sollte der Marktplatz zur Showbühne werden. Doch der Regen wollte nicht enden, sodass das abendliche Konzert abgesagt wurde.

Könnten die einstigen Pfänner auf das Fest am Sonnabend blicken, sie wären hochzufrieden gewesen, wie das Salzer Volk den Pfännern huldigte. Die Pfänner waren früher angesehen und vor allem wohlhabende Leute. "Das Salz hat sie reich gemacht", erzählt der Leiter des Salzlandmuseums Rüdiger Radicke.

Die Pfänner wurden nicht ohne Grund auch Salzgrafen genannt. Sie bestimmten die Geschicke der Stadt und waren gleichzeitig auch die Stadträte. Einer von ihnen, der in Salze Geschichte schrieb, war Valentin Geyer (1550 bis 1606) - Pfänner, Ratsherr, Kämmerer und später Bürgermeister von Groß Salze. Noch heute werden in der Stadt Führungen angeboten, die von einem Pfänner geleitet werden.

Wie sehr sich das Salzlandmuseum in den vergangenen Jahren verändert hat, konnten Besucher erleben, die nicht tagtäglich durch Salzelmen streifen. Das Haus hatte am Sonnabend alle Türen für die Besucher weit geöffnet. Vor allen der Multimediaraum hatte es den Gästen angetan - und nicht nur den jüngeren, die naturgemäß mit den neue Medien spielend leicht umgehen können.

"Wir sind stolz, was aus dem Museum geworden ist. Es ist ein Magnet für die Region", freute sich Vereinsvorsitzender Sven Schumann. Rund 100 Mitglieder zählt der Förderverein derzeit, darunter gibt es 30 aktive Mitstreiter. Viele von ihnen waren gemeinsam mit ihren Familien und Freunden bei der Vorbereitung des Pfännerfestes beteiligt. "Monate haben wir an den Planungen gesessen", so Sven Schumann.

Für ihn und Museumsleiter Rüdiger Radicke wird das wohl das letzte Fest in Verantwortung gewesen sein: Nicht nur Museumsleiter Radicke will den Staffelstab weitergeben, sondern auch Vereinsvorsitzender Sven Schumann. Eine erfolgreiche Doppelspitze geht.

 

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