Die abgesackte Kreisstraße 1306 zwischen Groß Börnecke und Hecklingen bleibt weiter ein Sanierungsfall. Der zuständige Landkreis will sich mit der Reparatur noch ein Jahr Zeit lassen. Zunächst werden Akten gewälzt.

Hecklingen l Manchmal können die Einwohner der Kleinstadt Hecklingen froh sein, dass die Kreisstraße zwischen Groß Börnecke und Hecklingen nur minimal abgesackt ist. Nicht auszudenken, wenn die Straße richtig verschwunden wäre.

Denn auf Hilfe von der Kreisverwaltung warten die Bürger in der Stadt seit Jahren vergeblich. Erst vor kurzem, bestätigte Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche habe er ein Schreiben der Kreisverwaltung zu der Absenkung auf der K 1306 erhalten. Darin teile ihm der Landkreis mit, dass die Reparatur des Straßenabschnittes vermutlich 2014 erfolgen solle. "Das ist noch ein Jahr hin", wundert sich Kosche.

Als vor mehreren Jahren die Straße einfach über Nacht absackte, wurden Schilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung aufgestellt. Dabei ist es bis heute geblieben. Noch immer verweise die Kreisverwaltung darauf, nach Unterlagen zu suchen, die einen Bergbau unter der Straße dokumentieren. Immerhin sucht die Kreisverwaltung danach schon seit Jahren.

Die Kreisstraße könnte in den kommenden Wochen noch bedeutungsvoller werden, wenn die direkte Verbindung zwischen Hecklingen und Winningen wegen der Straßenbauarbeiten in Hecklingen gesperrt werden müsste.

Die Verzögerung des Landkreises mit der Reparatur der abgesackten Straße ärgert nicht nur den Bürgermeister. Auch die Einwohner, die täglich die Strecke nehmen müssen, ärgern sich über die Tatenlosigkeit in der Kreisverwaltung.

Ebenso unverständlich ist vielen, dass die Kreisbehörden nicht sofort nach dem Absacken der Straße den Untergrund genauer erforschten. Zwar sollen irgendwann einmal Bohrungen durchgeführt werden. Ob die Straße allerdings bis dahin hält, ist ungewiss. Dass in Groß Börnecke mal etwas im Untergrund versinken kann, ist in der Ortschaft bekannt. Vor Jahrhunderten wurde die nur wenige Meter unter der Oberfläche liegende Kohle abgebaut. Damals verzichteten die Bürger auf die Kartografie der Stollen. Im Laufe der Jahrhunderte sind die Abbaugebiete dann in Vergessenheit geraten. Irgendwann gibt dann das Stützmaterial in den Stollen durch Verwitterung nach und lässt das Deckgebirge einstürzen.

Ob das die Ursache für das Absacken der Kreisstraße vor dem Ortsteil war, ist nach wie vor offen. Allerdings, mahnt der Hecklinger Bürgermeister, habe der Bürger auch einen Anspruch darauf, dass sich der Landkreis mit dem Problem zeitnah befasse. Allerdings, fügte er an, habe sich die Aufgabenflut in der Straßenunterhaltung für den Landkreis nach dem letzten Winter vervielfacht. Mit der Schlaglochreparatur sei der Kreis für die nahe Zukunft gut ausgelastet, meint er.