In Egeln hat die Postfiliale von einem Tag auf den anderen geschlossen. Das Thema erbost nicht nur die Bürger, sondern auch die Lokalpolitik.

Egeln. Seit dem 20. Oktober hat die Stadt Egeln keine Postfiliale mehr. Überraschend zog sich das große Unternehmen aus der Filiale in der Stadt zurück. Seit diesem Tag müssen die Bürger nach anderen Möglichkeiten suchen, Briefe und Pakete aufzugeben. Das Thema beschäftigt auch die Lokalpolitiker. Im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde ließ Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr den Schriftverkehr mit der Deutschen Post abdrucken. Darin beklagte er die kurzfristige Schließung der Filiale. Darin heißt es: "Die Deutsche Post AG stellt sich selbst als Dienstleistungsunternehmen dar. Offensichtlich werden hier aber zunächst Fakten geschaffen, ohne an die Folgen für die Kunden Ihres Unternehmens zu denken. Erst wird die Filiale geschlossen und dann macht man sich Gedanken um eine Ersatzlösung", beklagt Michael Stöhr. Für ihn sei diese Geschäftspolitik nicht akzeptabel, heißt es weiter in dem von der Verwaltung veröffentlichten Schreiben an das Staatsunternehmen.

Ebenso empört zeigte sich der ehrenamtliche Egelner Bürgermeister Reinhard Luckner. Seit Tagen beschäftige ihn die Postfrage, bekannte er. "Immer wieder sprechen mich die Bürger auf die Post an", sagte er. Wie der Verbandsgemeindebürgermeister sieht auch Reinhard Luckner einen schnellen Handlungsbedarf.

In einer Reaktion teilte die Deutsche Post durch ihre regionale Politikbeauftragte Bettina Brandes-Herlemann mit, dass die Partner-Filiale am Markt aus wichtigem Grund kurzfristig geschlossen worden sei. Unbestimmt heiß es weiter: "Wir prüfen zur Zeit die Möglichkeiten für unser weiteres Vorgehen und werden Sie hierbei kurzfristig informieren." Bis zu einer Zwischenlösung verweist das gelbe Unternehmen auf die Filiale in Westeregeln. Dort könnten die Bürger gewohnt ihre Pakete und Päckchen aufgeben. Außerdem will die Post vorübergehend einen mobilen Service einrichten. Dabei sollen die Zusteller auf ihrer täglichen Tour auch Päckchen und Pakete annehmen. Für berufstätige Bürger, so Reinhard Luckner, dürfte dies nur ein schwacher Trost sein. Denn meistens sind sie nicht zu Hause, wenn der Briefträger seine Runde macht.

"Wir brauchen schnell eine Lösung für die Postdienstleistungen in Egeln", fordert Luckner das Unternehmen auf. Er habe sich bereits bei verschiedenen Einzelhändlern in der Stadt umgehört, versichert er. "Ich habe bereits einige Interessenten, die eine Filiale betreiben möchten", bestätigt er. Allerdings sei ihm auch bewusst, dass eine Lösung nicht von heute auf morgen kommen könne. "Selbst wenn die Post einen neuen Einzelhändler findet, müssen die Mitarbeiter erst geschult werden", weiß er. Lukrativ scheint die Dienstleistung für das Staatsunternehmen für einen Einzelhändler außerdem kaum zu sein. Der bisherige Inhaber der Postfiliale wollte sich öffentlich dazu nicht äußern. Die Vergütung, sagte Luckner, sei aber sehr gering. Das wisse er aus Gesprächen mit dem bisherigen Inhaber der Postfiliale. Deswegen könne er den Schritt des Einzelhändlers auch nachvollziehen.

Nun komme es aber darauf an, dass eine neue Lösung für die Stadt Egeln mit ihren Einwohnern gefunden werde, fügte er an.