Endlich mal in Ruhe über die vergangenen Spiele und die Zukunft fachsimpeln. Dazu hatten am Wochenende die Mitglieder des SCM-Fanclubs "Bodeländer" in Wolmirsleben die Möglichkeit. An ihrem Fanclub-Treffen nahmen sogar vier Spieler der Handball-Bundesliga-Mannschaft teil. Und Steffen Stiebler und Co. nahmen sich ausreichend Zeit für die Fans.

Wolmirsleben. Mit lauten Trompeten und Trommeln feuern die Fans der Handballmannschaft des SC Magdeburg ihre Spieler bei den Heimspielen in der Bördelandhalle in der Landeshauptstadt an. Und auch bei Auswärtsspielen versuchen die Handballbegeisterten dabei zu sein. In der Halle ist der Fan nur einer von Tausenden. Ganz anders ist es bei Fanclubtreffen. Da ist man unter sich, kann in Ruhe fachsimpeln und die vergangenen Spiele auswerten. Am vergangenen Wochenende fand genau so ein Treffen des Fanclubs "Bodeländer" in Wolmirsleben statt.

Aus einer Busfahrgemeinschaft, die seit 1998 regelmäßig die Spiele in Magdeburg besuchte, wurde im April 1999 ein Fanclub. Und auch der Name war schnell gefunden. "Weil wir alle aus der Egelner Mulde und den umliegenden Orten stammen, und die Bode sich durch die Gemeinden schlängelt, nannten wir uns Bodeländer", erklärt Uwe Wöbke, der Mitglied im Fanclub ist.

Bundesligisten besuchen den Fanclub

Regelmäßig finden solche Treffen statt. Eine Einladung geht auch immer an die Spieler der SC Magdeburg Handballballmannschaft. Und dieses Mal haben gleich vier Handballer ihr Kommen zugesagt. So mischten sich Jure Natek, Damir Doborac, Steffen Stiebler und Yves Grafenhorst unter die Fans. Letzterer kehrte sozusagen in seine Heimat zurück. Denn Yves Grafenhorst ist in Westeregeln und Etgersleben aufgewachsen.

Mehrere Fans hatten sich um die Spieler versammelt. Neue Spielzüge wurden ausgewertet und auch sonst stand der Handball im Vordergrund der Gespräche. Uwe Wöbke hatte für diesen Abend ein paar Fragen an die Spieler vorbereitet, die sie natürlich auch gerne beantworteten. Nach jeder Antwort gab es reichlich Applaus der Fans. Sie halten zu ihren Spielern, egal ob Sieg oder Niederlage. Denn die Handballer des SC Magdeburg spielten nicht immer so, wie es sich die Fans gewünscht hätten. "Doch wir sind auf dem richtigen Weg. Und wir hoffen, dass uns die Fans auch weiterhin treu bleiben", sagte Steffen Stiebler.

Zum Fanclub "Bodeländer" gehören Handballbegeisterte jeden Alters. Der älteste in den Reihen ist aber Manfred Sechting aus Westeregeln. Der 87-Jährige ist fast bei jedem Heimspiel dabei und feuert den SCM von der Tribüne aus an. Ein Leben ohne den Handball kann er sich nicht vorstellen. Und so erzählt Manfred Sechting, wie er zum Handball kam. "1948 wurde ich aus der Kriegsgefangengeschaft entlassen, kam nach Westeregeln und arbeitete in der Fleischerei. Die Handballmannschaft aus Westeregeln hatte damals keine Transportmöglichkeit. Also stellten wir Bänke auf unseren kleinen Lkw und fuhren die Handballer zu ihren Spielen. Seit dem bin ich mit dem Sport vertraut", erinnert sich der 87-Jährige. In den Reihen des Fanclubs fühlt er sich wohl und ist froh, dass immer Fanbusse organisiert werden, die zu den Heimspielen nach Magdeburg fahren. Manfred Sechting ist eben Fan durch und durch. Also ließ er es sich am Wochenende auch nicht nehmen, das Fantreffen für gemeinsame Fotos mit den Spielern zu nutzen.

Fans sogar aus der Nähe von Wolfsburg

Der Club "Bodeländer" gehört zu den mitgliederreichsten Fanclubs des SC Magdeburg. Die Frauen und Männer kommen nicht nur aus dem Raum Egelner Mulde. "Die weiteste Anreise mit rund 80 Kilometer haben immer die Fans aus Mannhausen bei Wolfsburg. Bei den Heimspielen in der Bördelandhalle sind sie es, die die Mannschaft mit Trommelschlägen anfeuern", sagte Uwe Wöbke. Und so verbrachten die Fans gemütliche Stunden mit ihren Spielern.