Die Löhne sind wieder auf altem Niveau und sollen 2011 sogar steigen. Zudem sind millionenschwere Investitionen in Aussicht gestellt. "Wir leben noch – und die Sodaproduktion, und wollen es auch noch lange", erklärte Geschäftsführer Ulrich Eichhorn zur traditionellen Weihnachtsfeier vor ehemaligen Betriebsangehörigen.

Staßfurt. Betriebsratsvorsitzender Peter König erklärte zum zu Ende gehenden "durchwachsenen Jahr", dass das Tal der Tränen durchschritten, es aber "mit tiefen Einschnitten ums Überleben gegangen" sei. Dank der guten Geschäftsführung gehe es nun wieder aufwärts. Die habe ein neues Investitionspaket geschnürt, um das Sodawerk für den Markt fit zu halten und noch besser zu platzieren.

"Ich stehe noch immer hier, dem Sodawerk ist das ganz gut bekommen. Das Jahr 2010 war durch unveränderten Personalbestand gekennzeichnet, aber auch einen der Wirtschaftskrise geschuldeten Produktionsrückgang und dramatischen Preiseinbruch", begann Geschäftsführer Ulrich Eichhorn. Dieser sei mit ausgelöst wurden, weil die Türkei eine Million Tonnen Natursoda auf den europäischen Markt warf, die mit Schiffen heute ohne Probleme weit transportiert werden können. "Das Sodawerk, heute zum Ciech-Konzern gehörend, musste die Notbremse ziehen, da die Preisentwicklung mit steigenden Gaspreisen einherging." Durch Einsparung von zehn Prozent Lohnkosten und der sechsfachen Summe an Energiekosten bei drei Partnern sei "Marscherleichterung" erreicht wurde.

Lohnerhöhung in Aussicht gestellt

"Jetzt vor dem Fest ist die Lohnstrecke wieder auf altem Niveau, und es konnte eine zusätzliche Zahlung ins Auge gefasst werden. Eine Betriebsvereinbarung sieht Lohnerhöhungen von 3,6 Prozent in zwei Etappen für 2011 vor."

Die weiter steigenden Gas- und Energiepreise muss das Unternehmen unterdessen erstmal verkraften. Der energetische Verbund mit der Energieverwertungszentrale bewähre sich, hier bleiben die Preise ebenso nicht gleich. Diese Probleme hätte auch das Bernburger Solvaywerk. In diesem Zusammenhang und den weiterhin vorgesehenen Investitionen verwies der Geschäftsführer auf die ausgezeichnete Arbeit guter Ingenieure. Aber an diesem Tage zeigte sich auch, dass das Wissen ehemaliger Mitarbeiter heute noch gefragt ist. Was zuvor schon unter Fachleuten versucht wurde zu lösen, kam im Gespräch mit Ulrich Eichhorn noch einmal in diesem Kreis auf den Tisch.

Konkret konnte der Geschäftsführer berichten, dass durch die Investition in einen Bandfilter der NH3-Ausstoß stark gesunken sei. "Neue Kalköfen, Destiller und andere Apparate wurden installiert, wir leben noch und die Sodaproduktion ..... und wollen es auch noch sehr lange." Im Außenbereich des Sodawerkes hat RWE ein 300-Millionen-Objekt mit den Kavernen in Angriff genommen, ferner das Projekt Adele, das die Speicherung von Energie vorsieht, die bei viel Sonne und Wind ungenutzt zur Verfügung stehe. Bei dieser Speicherungsart in der Versuchsanlage sei ein Wirkungsgrad von 70 Prozent zu erwarten. Die Arbeitsweise ähnelt der eines Pumpspeicherwerks.

All solche Aktivitäten sichern das Sodawerk auch künftig. Dabei soll das über Fonds finanzierte GuD-Kraftwerk perspektivisch vom Sodawerk übernommen werden. Ab Juli 2011 soll ein 15-Millionen-Investitionspaket anlaufen. Es sieht die Investition von einem Kalkofen, einem Destiller mit verbesserten Einbauten, sowie einem Dekanteur und einer Förderbrücke vor. Im Bereich Natron werden Versuche gefahren, neben einer Produktionserhöhung den Pharmasektor stärker auszuweiten, da hier ein wesentlich höherer Erlös zu erzielen sei. Auch die Produktionsentwicklung bei Soda auf 530 000 Jahrestonnen ist vertraglich gebunden, 540 000 bis 550 000 Tonnen werden vom Vertrieb gewünscht. Der Vertrieb ist jetzt im ehemaligen kleinen Klubhaus des Werkes konzentriert worden, um auch in Verbindung mit dem polnischen Mutterkonzern kostengünstiger zusammenarbeiten zu können.

Abschließend gab der Geschäftsführer bekannt, dass man intensiv einen Nachfolger für ihn suche und er eventuell dann im nächsten Jahr mit hier im Kreise der ehemaligen Mitarbeiter sitzen werde.