Auf die Suche nach lebendiger Geschichte geht der Kultur- und Heimatverein in Groß Börnecke. Durch eine innovative Form der historischen Forschung sollen Lücken in der Geschichte des Ortes geschlossen werden: nämlich indem die Bürger mit ins Bott geholt werden.

GroßBörnecke l "Wer kann das Rätsel um die dritte Schule in Groß Börnecke lösen?" Mit dieser Frage wenden sich die geschichtsinteressierten Mitglieder der Abteilung Chronik des Kultur- und Heimatvereins an die Öffentlichkeit. Zugleich soll diese Frage der Anfang einer neuen Serie sein: In Gesprächsrunden, die der Verein ab Januar durchführen will, sollen weitere historische Unklarheiten durch gut informierte Groß Börnecker und einheimische "Wissensträger" geklärt werden.

Auf die Frage nach der dritten Schule ist Wolfgang Hoffmann, Mitglied der Abteilung Chronik, durch diverse historische Dokumente gekommen. In der Chronik von Goebke sowie in weiteren Schriftstücken ist die Rede davon, dass es einmal drei Schulen in Groß Börnecke gegeben haben muss. "Nur zwei sind bekannt", so Hoffmann: die Schule in der Unteren und die Schule in der Oberen Kirchstraße, also in Nieder- und in Ober-Börnecke, wie sie auch nebenstehend fotografisch belegt sind. Die Grundschule in der Bruchtorstraße kann nicht die gemeinte dritte Schule sein, denn sie ist erst 1880 bis 1890 erbaut worden.

Von der dritten Schule sind durch einige historische Notizen folgende Fakten ans Licht gekommen: 1799 ist von der "Reform der drei Schulen in Ober- und Nieder-Börnecke" die Rede, welche kirchlich geführt wurden. Ein Dokument zeugt von der Gründung einer kirchlichen Schule im Jahre 1583. Es könnte sich um die gesuchte Schule handeln: "1583. Nach urkundlicher Nachricht im Kirchenrechnungsbuche von Oberbörnecke ist die Schule i. J. 1583 von beiden Kirchengemeinden gemeinschaftlich gegründet".

Die Frage ist nun, welche weiteren Informationen Einwohner oder ehemalige Börnecker über diese dritte Schule geben können. Mit den Informationen wollen die Ortschronisten nicht nur die Geschichtsschreibung komplettieren, sondern auch Einwohner aktivieren, ihr kostbares Wissen einzubringen:

"Die Abteilung Chronik beabsichtigt sich ab dem Januar 2012 regelmäßig mit älteren Bürgern zu treffen. Dabei soll es Gespräche zu bestimmten Themen geben und die ¿Wissensträger\' sollen aus ihrer Vergangenheit berichten", so Wolfgang Hoffmann.

Ganz praktisch gesehen soll es eine Reihe von Treffen geben, die etwa unter der Überschrift "Wer kann sich noch erinnern?" laufen könnte. Interessierte Bürger können an einer etwa zwei Stunden dauernden Gesprächsrunde in der Gaststätte "Bördequell" teilnehmen. "Mithilfe eines Beamers wollen wir alte Ortsbilder mit etwa drei bis vier Bürgern ansehen und ihre Erinnerungen wecken", erklärt Hoffmann die Vorgehensweise. Aus dieser Anregung heraus werden sich angeregte Gespräche über die "alten Zeiten" ergeben.

Das Rätsel um die dritte Schule ist dabei nur der Anfang. Weitere Themen für die Gesprächsrunden, etwa die Domäne, die Kirche oder die LPG, sollen gefunden werden.

Bürger, die ihr Wissen gern bei den Treffen einbringen möchten und aus der Vergangenheit berichten können, mögen sich an Wolfgang Hoffmann, Rüsternberg 10, Groß Börnecke, Tel. (03926)781402 wenden.

   

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