Die Geschäftsleitung der Kliniken Aschersleben-Staßfurt wie auch die Holding der Kliniken im Salzlandkreis will nach der Zahlungsunfähigkeit der Krankenhäuser in Staßfurt und Aschersleben keine Patienten-Zahlen in der Öffentlichkeit darstellen. Unterdessen sucht die Arbeitsgruppe in Staßfurt erneut das Gespräch mit dem Pflegepersonal der Krankenhäuser.

Staßfurt. "Betriebsdaten wird es zu Zeiten der Prüfung nicht geben", stellte der Geschäftsführer der Klinik-Holding, Peter Löbus, unter Hinweis auf den Einsatz eines Gutachters klar. Diesen hatte der Aufsichtsrat nach dem Bekanntwerden der Zahlungsunfähigkeit der Kreiskliniken Aschersleben-Staßfurt gGmbH damit beauftragt, die Gesellschaft auf ihre Wirtschaftlichkeit zu untersuchen.

Bis zur Vorlage der Expertise Anfang Dezember handele es sich laut Löbus um einen Zeitabschnitt, "in dem die Häuser ihre Hausaufgaben zu erledigen haben". Für weitere Auskünfte verwies er an den Salzlandkreis als Gesellschafter der Krankenhäuser. Aus der Bernburger Pressestelle hieß es gestern, dass man grundsätzlich auch die Ergebnisse des Gutachtens abwarten müsse. Zudem werde die Holding Ende der Woche eine Sprecherin einsetzen, die dann dazu beitragen werde, wichtige Fragen öffentlich darzustellen, um die Gesamtsituation zu erklären.

Klinikkonzept ist weiterhin aktuell

Das Büro des Landrates machte aber auch klar, dass das Klinikkonzept weiterhin auf der Agenda stehe und man die alle Standorte im Verbund sichern wolle. Die Situation in Ascherleben-Staßfurt fordere dazu allerdings eine Einschränkung. "Alles, was bei der derzeitigen Umsetzung des Klinikkonzeptes zu finanziellen Belastungen führen würde, ist aufgrund der finanziellen Lage des Standortes Aschersleben-Staßfurt innerhalb der Holding nicht möglich", hieß es.

Die Arbeitsgruppe zum Erhalt des Staßfurter Krankenhauses um Oberbürgermeister René Zok sucht unterdessen erneut das Gespräch mit dem Pflegepersonal der Krankenhäuser in Aschersleben und besonders in Staßfurt. Ein gemeinsames Treffen war geplatzt, weil die Presse bei dem öffentlichen Treffen dabei war. Das wollte das Klinikpersonal nicht, obwohl zuvor im Kreistag angemahnt worden war, dass ein von Schwestern und Pflegern verfasster Brief (der der Zeitung gar nicht vorlag) nicht in der Volksstimme erschienen war (Volksstimme berichtete). In dem Schreiben, das sofort abgedruckt wurde, nachdem es vorlag, bringt das Pflegepersonal seine großen Hoffnungen zum Ausdruck, die es mit dem Klinikkonzept verbindet. Gleichzeitig wird die Arbeitsgruppe in Staßfurt wegen ihrer Aktionen kritisiert, die zu Arbeitsplatzgefährdungen führen und den Standort schlecht reden würden. Die Volksstimme veröffentlichte ihn am 16. Oktober. Staßfurts Oberbürgermeister René Zok hat jetzt, wie angekündigt, reagiert. Er bietet einen neuen Gesprächstermin am 17. November an. Wir drucken auch sein Schreiben im Wortlauf ab.

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