Mit einem Brief hat sich der Förderverein "Bewegte Waldschule Dobberkau" an den Kreis-Schulausschuss gewandt. Der Appell: Es soll doch eine erste Klasse eingeschult werden. Der Ausschuss unterstützt dieses Ansinnen nicht.

Stendal l "Es ist ein klarer Mehrheitsbeschluss getroffen worden und wir mischen uns nicht in die inneren Angelegenheiten der Kommunen ein", sagte Ausschussvorsitzende Edith Braun (SPD). Am vergangenen Donnerstag hat der Stadtrat der Einheitsgemeinde Bismark beschlossen, dass die Grundschule Dobberkau zum Ende des kommenden Schuljahres geschlossen wird und gleichzeitig beim Landkreis den Antrag auf neue Schuleinzugsbereiche gestellt.

Dennoch verlas Braun einen Brief des Fördervereins der Grundschule, der sich "verantwortungsvoll an den Ausschuss" gewandt hat. Die Fördervereinsmitglieder bedauern darin, dass weder mit ihnen noch den Dobberkauer Ortschaftsräten vor der Entscheidung des Stadtrates gesprochen wurde. Sie befürchten negative Einflüsse auf das Schulgeschehen, wenn es im kommenden Schuljahr keine erste Klasse mehr gibt. Die Lerngruppen in Religion, Ethik, Gestalten und Sport seien nicht mehr möglich.

Man solle doch im kommenden Schuljahr Lösungen finden. Übereilte Entscheidungen seien gar nicht notwendig. Kreis-Elternsprecherin Annegret Schwarz, die auch Hauptamtleiterin in Bismark ist, erklärte, wie es zu der Entscheidung gekommen war.

Persönliche Gespräche mit betroffenen Eltern

Als klar war, dass die Grundschule nach den neuen Anforderungen des Landes, mindestens 52 Schüler ab dem Schuljahr 2014/15 und mindestens 60 Kinder ab dem Schuljahr 2017/18, nicht gehalten werden könnten, wurde das bei der Stadtratssitzung am 27. Februar und in einer Runde mit den Ortsbürgermeistern am 12. März Thema. Die Verwaltung erarbeitete 16 Varianten, wie die Schüler verteilt werden könnten, die am 19. März im Hauptausschuss vorgestellt wurden. Keine der Möglichkeiten bedeutete aber die Rettung der Schule. Damit wurden Lehrer und Eltern in einem Arbeitskreis am 21. März konfrontiert. "Eine Mutter fragte dann, ob nicht die künftigen Erstklässler gleich in einer anderen Schule eingeschult werden könnten, um nicht nach nur einem Jahr wieder wechseln zu müssen", erzählte Schwarz.

Die Verwaltung prüfte das, lud die Eltern der kommenden Abc-Schützen zu einem persönlichen Gespräch ein. "Dabei haben sich alle dafür ausgesprochen, die Kinder gleich in Schinne oder Bismark einzuschulen", sagte die Hauptamtsleiterin. Das Stadtrats-Votum vom Donnerstag trägt dem Rechnung. "Mehr kann man aus meiner Sicht nicht tun", meinte Vorsitzende Braun. Da ist ein demokratischer Prozess abgelaufen, besser geht\'s nicht". Schwarz meldete sich nochmals zu Wort, diesmal als Kreis-Elternsprecherin, und bekundete ihr Verständnis für die Eltern, "die nach jedem Strohhalm greifen".

Sorge um den ländlichen Raum

Wolfgang Kühnel (CDU) meinte es müsse gewürdigt werden, dass sich alle Beteiligten rechtzeitig vor Ort zusammengesetzt hätten, um eine Lösung zu finden. Frank Wiese (Landwirte für die Region) kritisierte die Schließung. "Wir dünnen den ländlichen Raum so aus, dass wir uns nicht wundern müssen, wenn keine jungen Leute mehr da sind", sagte er. Und nur junge Leute brächten auch Gewerbesteuern ein.

Abgestimmt wurde gestern nicht über die Grundschule Dobberkau. Die Verwaltung hatte keine Beschlussvorlage erarbeiten können. Zum Kreistag am 30. Mai soll dies erfolgen, kündigte Schulamtsleiterin Ulrike Bergmann an.