Der Kreisbauernverband Stendal rechnet mit starken Umsatzeinbußen für die Landwirte in der verkürzten Spargelsaison. Nach den höheren Temperaturen in dieser Woche beginnt am Wochenende der vereinzelte Verkauf des ersten frischen Spargels aus der Region.

Stendal l Die Freunde des frischen Spargels müssen in diesem Jahr besonderes lange auf den Genuss warten. Aufgrund der langen Winterperiode hat sich der Saisonauftakt um mehrere Wochen verschoben. "Erst bei 20 Grad schiebt der Spargel ab", sagt Kerstin Ramminger, die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Stendal. Die Bodentemperatur müsse über mehrere Tage bei mindestens zwölf bis 15 Grad liegen, berichtet die gelernte Gartenbauingenieurin, die seit Mitte Februar den Interessenverband der Landwirte anführt.

An diesem Wochenende könne in den Geschäften mit dem ersten frischen Spargel aus der Region gerechnet werden. "Momentan können aber nur Bauern liefern, die eine unterirdische Bodenheizung haben", so Ramminger. In der Region ist dies lediglich bei Spargelbauer Heinl in Plätz der Fall, der mit Hilfe eine Biogasanlage einen kleinen Teil (sechs von rund 60 Hektar) seines Spargelfeldes beheizt.

Ohnehin ist der Boden in der Altmark nicht ideal für den Spargelanbau. "Besonders gut sind Sandböden, aber die haben wir hier nicht", so Ramminger.

Auch in diesem Jahr wird die Spargelsaison definitiv am 24. Juni - dem Johannistag - enden. "Die Landwirte können die Saison nicht einfach verlängern, auch wenn der Start wie in diesem Jahr um mehrere Wochen in Verzug geraten ist". Der Spargel, dessen Stumpf im Boden verbleibt, muss sich regenerieren, um nächsten Jahr noch ertragreich zu sein. "Sonst spricht man von totgestochenem Spargel", sagt Ramminger. Sie rechnet damit, dass die verkürzte Saison für den Spargel sich durchaus auf den Preis auswirken werde. "Genau wird dieser aber vom Handel und nicht den Landwirten festgelegt", so die Geschäftsführerin.

Wenn längere Nachtfrostperioden ausbleiben, könnte möglicherweise noch etwas von der ausgefallenen Erntemenge aufgeholt werden. "Eine Bilanz kann man erst am Ende der Saison ziehen", so Ramminger. Für die Ernte werden auch dieses Jahr wieder hauptsächlich polnische Erntehelfer eingesetzt. "Deutsche Arbeitskräfte sind für die Arbeit so gut wie gar nicht zu finden", sagt Raminger.

 

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