Stendal l "Im Theater gibt so etwas wie die ideale Fehlbesetzung. Unser Preisträger war nie eine Fehlbesetzung, er war ein echter Glücksgriff für das Haus", sagte Wolfgang Schröder in seiner Laudatio am Sonnabend zur diesjährigen Theaterpreisverleihung. Nach Jan Kittmann im vergangenen Jahr hat dieses Mal Mathias Kusche den Theaterpreis in den Händen gehalten. Dieser wird seit 2002 von Freunden und Förderern des Theaters der Altmark in Stendal vergeben.

"Kultur ist und bleibt wichtig", sagte Intendant Alexander Netschajew in seiner Begrüßungsrede, auch wenn diese derzeit im Schatten der Katastrophe stehe. So sei es schon vor einer Woche gewesen, als der langjährige Schauspieler Bernd Marquardt verabschiedet wurde. Doch das Team blicke nach vorn und habe sich bereits eingebracht. So füllten sie nicht nur Sandsäcke, sondern lenkten die Flut-Betroffenen mit dem Kunstkoffer für die ganze Familie oder auch mit der Aufführung "Gretchen 89ff." von der derzeitigen Situation einen Moment ab.

So wie das Theater in diesen Zeiten reagiere, erwartet das Daniela Frankenberg auch vom amtierenden Kultusminister. "Ich möchte, dass er aus der Reihe tanzt und für die Kultur eintritt", sagte die Vorsitzende des Theaterfördervereins.

Theater wie das in Stendal seien es, die Schauspielern wie Mathias Kusche ein Zuhause geben. "Er war die Idealbesetzung für ¿Der Hauptmann von Köpenick\' und hat es zu einem wahren Kabinettstückchen gemacht", lobte Schröder den gerührten Preisträger.

"Das ist sehr bewegend für mich, mit dem Preis war es auch meine letzte Vorstellung in Stendal. Danke dem wunderbaren Haus", sagte Kusche kurz und knapp. Nach minutenlangem Applaus sprach er aber noch eine Einladung aus: "Wenn ihr Lust habt, kommt im Juli alle noch mal an den Arendsee." Dann ist Kusche noch einmal in "Der Diener zweier Herren" zu erleben.

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