Das Winckelmann-Museum hat sein bisher erfolgreichstes Jahr hinter sich. Von Dezember 2009 bis November 2010 sind im Memorialmuseum samt Kindermuseum der Winckelmann-Gesellschaft 12 885 Besucher gezählt worden. Den größten Anteil an diesem Erfolg hat der Bereich Museumspädagogik/Kindermuseum.

Stendal. Prof. Dr. Max Kunze, Präsident der das Museum tragenden Winckelmann-Gesellschaft, sprach gestern von einem "Höhepunkt in der Geschichte des Museums". Mit 12 885 Besuchern übertraf die Einrichtung in der Winckelmannstraße das bisherige Rekordjahr 2003. Damals – es war das Jahr der Einweihung des Trojanischen Pferdes – zog das Museum 11 500 Besucher in seinen Bann.

Kunze schrieb den Erfolg zu einem Großteil der Museums-pädagogik zu. Deren Aktivitäten einschließlich Kindermuseum, mobilem Museum und Kinder-Uni, seien allein rund 10 000 Besucher zu verdanken. "Das macht uns sehr froh", freute sich der Präsident.

Diesen Weg, neben den Erwachsenen vor allem auch die Kinder anzulocken, will das Museum auch im nächsten Jahr weitergehen. Einen wichtigen Beitrag dazu soll die am 4. Dezember eröffnete Sonderausstellung "Die Griechen und das Meer" leisten. Sie zeigt mehr als 80 zumeist hervorragend erhaltene antike Fischteller aus der schweizerischen Sammlung Florence Gottet. Kurzweilige Texte und ein originelles Meeresdesign steigern den Spaß an dieser Schau.

Barben und Brassen, Meeräschen, Plattfische und Seeteufel – die gleichartig geformten, 20 bis 30 Zentimeter messenden keramischen Gefäße zeichnen sich durch prächtige Darstellungen von Meeresgetier der unterschiedlichsten Art aus. Ob von diesen Tellern jemals Fisch gegessen wurde, ist nicht verbürgt. Ihren Fundorten nach dienten sie als Grabbeigaben, sie tauchen aber auch in Darstellungen von ausgelassenen Gelagen auf.

Das Museum wird die bis Anfang April nächsten Jahres in seinen Räumen gezeigte Ausstellung mit einem umfangreichen Programm aus Führungen, Vorträgen, Familiensonntagen und einem großen Malwettbewerb begleiten.

In diesem Wettbewerb sollen Besucher der Ausstellung, egal ob Kind oder erwachsen, die Möglichkeit erhalten, es den antiken Künstlern gleichzutun. Wer teilnehmen möchte, kann sich ab Januar an der Museumskasse melden. Dort gibt es den Originalen nachgeformte Fischtellerrohlinge aus Ton, die bemalt werden können. "Entweder nach den antiken Vorbildern in der Ausstellung oder nach eigenen Ideen und Vorstellungen", stellt Max Kunze den Interessenten frei. Die Rohlinge sind für 3,50 Euro für Kinder beziehungsweise 6 Euro für Erwachsene zu haben.

Den Schöpfern der drei schönsten Fischteller winken Preise in Höhe von 100, 50 und 25 Euro, gesponsert von der Sammlerfamilie Gottet aus der Schweiz. Zur Finissage der Ausstellung am 3. April 2011 werden die gelungensten Teller prämiert und ausgestellt.