Am vergangenen Sonnabendmittag war die Ortsdurchfahrt der Tangerhütter Innenstadt für gut zwei Stunden aus Sicherheitsgründen voll gesperrt. Grund war die alte Kastanie am Bahnübergang. Sie musste nicht nur Federn lassen, sondern verschwand gleich ganz, denn sie sorgte immer wieder für Probleme bei der Regenentwässerung der Innenstadt.

Tangerhütte. Zwischen 80 und 100 Jahre wird sie wohl an Ort und Stelle gestanden haben, so die Einschätzung von Bauhofleiter Heiko Steinig-Pinnecke und seinen Kollegen. Und auch wenn sie im Frühjahr herrlich blühte und im Herbst frech ihre Früchte auf vorbeifahrende Fahrradfahrer und Autos warf, so hat alle Bilderbuchromantik doch irgendwann ausgedient.

Zumal die Schäden ihres unterirdischen Wurzelsystems enorm waren. Als Flachwurzler breiteten sich diese nämlich vorrangig im Bahnseitengraben aus, dort, wo auch die gesamte Regenentwässerung der Innenstadt diesseits der Bahn zusammenläuft.

"Wir hatten immer wieder Probleme, weil das Wasser in der Bismarckstraße nicht abgelaufen ist", sagt Steinig-Pinnecke. Jetzt sei die Zeit gekommen, zu handeln "bevor wir noch mehr Probleme damit kriegen", sagt er.

Also wurde am Wochenende, wenn ohnehin wenig Betrieb herrscht in Tangerhüttes Innenstadt, die Baumfällaktion gestartet. Mit Hilfe einer großen Drehleiter der Tangerhütter Conttrans, mit der der Bauhof seit Jahren gut zusammenarbeitet, stellten auch die höchsten Spitzen der rund 20 Meter hohen Kastanie kein Problem dar. Die Kettensäge schwang Heiko Krüger, die Kanzel steuerte Frank Schneidereit und unten sorgten fünf weitere Bauhofmitarbeiter dafür, dass alles gleich geschreddert, zerkleinert und aus dem Weg geräumt wurde.

Und natürlich werden sich Heiko Steinig-Pinnecke und sein Team auch um die Ersatzpflanzungen kümmern: Sechs junge Bäume sollen für die 100-Jährige aus dem Herzen der Stadt gepflanzt werden. Darunter auch wieder Kastanien, diesmal aber fruchtlose und an Stellen, wo sie keinen Schaden anrichten dürften.

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