16 Architekturbüros aus ganz Sachsen-Anhalt wollen ihren " Mut zur Lücke " unter Beweis stellen. Sie beteiligen sich an der zweiten Staffel des landesweiten Wettbewerbs, der Bebauungskonzepte für Baulücken in sechs Städten hervorbringen soll. Am Freitag startete das Projekt in der Hansestadt Stendal.

Stendal. Stadtplanungsamtsleiter Axel Achilles führte am Freitagnachmittag Architekten aus ganz Sachsen-Anhalt durch Stendals Altstadt. Zwei Löcher im Stadtgefüge waren das Ziel der Exkursion : Bruchstraße 18 gegenüber der Bauernmarkthalle und die seit Jahren als Parkplatz genutzte Ecke Brüderstraße / Wüste Worth.

Auf diese beiden Lücken konzentriert sich der Stendaler Part des vom Bauministerium und der Architektenkammer Sachsen-Anhalt ausgelobten Architekturwettbewerbs " Mut zur Lücke ". Sechs Städte des Landes bieten den Architekten zehn Lücken an, um sie mit Bebauungsideen zu füllen.

Ziel des Wettbewerbs, eines Folgeprojekts der Internationalen Bauausstellung IBA 2010, sind innerstädtische Wohngebäude, die den Kriterien Barrierefreiheit und Energieeffizienz gerecht werden und dazu geeignet sind, junge Familien in die Altstädte zu locken. " Wir erhoffen uns von Ihren Projekten eine Aufwertung unserer Stadt ", sagte OB-Stellvertreter Axel Kleefeldt am Freitag im Rathaus zur Begrüßung der Architekten, unter ihnen auch namhafte Büros aus Stendal und Umgebung. Das in den Wettbewerb einführende Kolloquium im Rathausfestsaal war öffentlich, denn : " Wir wollen die Bürgerschaft stark einbinden ", erklärte die Geschäftsführerin der Architektenkammer, Petra Heise. Sie freue sich, dass sich die Stadt Stendal an dieser zweiten Staffel von " Mut zur Lücke " beteilige. Die Resultate der ersten Staffel aus dem Jahr 2008 waren in der Hansestadt – ohne eigene Projekte – in einer Ausstellung in der Wandelhalle des Stadthauses gezeigt worden.

Demnächst, so kündigte Heise an, werden große Plakate die beiden Stendaler Baulücken als Schauplätze des Landeswettbewerbs ausweisen. Auf dem Grundstück Bruchstraße 18, das einem privaten Eigentümer gehört, sei eine zwei- bis dreigeschossige Wohnbebauung möglich, erläuterte Axel Achilles den Architekten beim Rundgang. Ebenso an der Ecke Brüderstraße / Wüste Worth. Die zwei zusammen 670 Quadratmeter großen Grundstücke dort gehören der Stadt beziehungsweise der SWG. 1971 und 1984 durch Abriss entstanden, wird die Ecke seit vielen Jahren als Parkplatz genutzt. Ihre Bebauung, so Achilles, stelle eine besondere Herausforderung dar. Zur Bauaufgabe gehört auch, einen unter dem jetzigen Niveau befindlichen historischen Brunnen wieder sichtbar zu machen.

Eine Jury, der auch Oberbürgermeister Klaus Schmotz angehört, wird die Entwürfe der Büros bewerten. Die Ergebnisse des Wettbewerbs sollen bereits auf der Landesbauausstellung am 25. Februar in Magdeburg präsentiert werden.