Dienstagabend stimmte der Arneburger Stadtrat mehrheitlich dem Bewerbungs- und Nachnutzungskonzept zur Landesgartenschau 2018 zu. Die Planer stellten das Konzept und die Finanzierung vor.

Altmark l Ende August entschied sich der Arneburger Stadtrat eine Bewerbung für die Landesgartenschau 2018 abzugeben. In den zurückliegenden dreieinhalb Monaten erstellte eine Arbeitsgruppe ein 215-seitiges Konzept für dieses Vorhaben. Am Dienstag stellten die Planer Klaus-Dieter Steuer und Gundula Schweizer dieses Konzept vor.

Das Motto der Landesgartenschau lautet "Zukunftslandschaft Arneburg". "Eine Landesgartenschau in Arneburg soll nicht nur eine Leistungsschau der Gärtner- innung, sondern auch eine Initialzündung für die Reaktivierung einer städtischen Gewerbebrache, für die Wiederbelebung des Themas Obstanbau in der Region und für die Schaffung neuer Angebote im Bereich Freizeit, Tourismus und Gesundheit werden", erklärte Schweizer. Ein weiteres Leitthema ist ein schonender Umgang mit nachwachsenden Ressourcen.

"Ich denke, dass 325 000 Besucher der Landesgartenschau realistisch sind."

Gundula Schweizer

Konkret ist die Landesgartenschau auf einem Terrain von insgesamt 30 Hektar vorgesehen, wobei der Bereich für den Eintritt erhoben wird rund 22 Hektar ausmacht. Dreh- und Angelpunkt der Schau ist die ehemalige Konservenfabrik. Diese befindet sich im Eingangsbereich des eintrittsgeldrelevanten Areals. Das Gebäude soll saniert und wieder genutzt werden. Unter anderem soll dort eine Indoor-Spiel- und Sporthalle entstehen. Im Kontext dazu steht eine Reitsporthalle, deren Bau von der Stadt seit Jahren geplant wird. Während der Landesgartenschau soll diese als Blumenhalle genutzt werden. Weiterhin soll stadtnah eine Freilichtbühne für 3000 Besucher entstehen.

"Wir haben nachweisen können, dass wir die Eigenmittel aufbringen können."

Martina Stockmann

Zum Konzept der Schau gehören weiterhin ein Aussichtsturm mit Spielplätzen sowie verschiedene Themengärten. Mehr als 800 Stellflächen für Pkw entstehen. Die baulichen Maßnahmen werden nicht nur für den temporären Gebrauch geschaffen, sondern die Stadt soll dauerhaft davon profitieren. Schweizer erklärte, dass das Konzept noch nicht in der endgültigen Planung vorliegt. Bis zur Realisierung der Pläne im Falle eines Zuschlags können Details überarbeitet werden. Viele Vereine brachten ihre Ideen ein. "Alles ist im Konzept drin, was an Wünschen an uns herangetragen wurde. Mich macht das richtig stolz", so die stellvertretende Bürgermeisterin Martina Stockmann.

Für die Herrichtung des Landesgartenschaugeländes mit allen baulichen und gärtnerischen Investitionen wird ein Finanzvolumen von 15,2 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommt ein Durchführungshaushalt von 5,15 Millionen Euro. Der Durchführungshaushalt wird unter anderem durch Einnahmen aus Eintrittsgeldern finanziert. Veranschlagt werden 325 000 Besucher der Landesgartenschau. In den Folgejahren ist mit 80 000 Besuchern zu rechnen.

"Unser Stadtsäckel ist zwar nicht leer, aber man sieht den Boden", brachte Stadtratsmitglied Gerd Lamberts seine Bedenken hinsichtlich der hohen Realisierungskosten zum Ausdruck. "Die Schau finanziert sich im wesentlichen aus Fördermitteln", erläuterte Steuer. Rund fünf Millionen Euro stellt das Umweltministerium zur Verfügung. 30 Prozent der Kosten müssen durch Eigenkapital der Stadt aufgebracht werden. Die übrigen Mittel werden voraussichtlich aus Fördertöpfen fließen, so Steuer. "Wir haben nachweisen können, dass wir die Eigenmittel aufbringen können", erklärte Stockmann. In den folgenden Jahren heißt es für Arneburg Rücklagen dafür bilden.

Arneburg reicht bis zum 31. Dezember die Bewerbungsunterlagen ein. Auch wenn in Zuschlag nicht erfolgt, sollte, stehen die Chancen gut, dass einzelne Bausteine dennoch realisiert werden können, sagte Steuer.