"30 Silberlinge - Kunst und Geld" heißt eine Ausstellung, die am gestrigen Internationalen Museumstag im Altmärkischen Museum eröffnet wurde.

Stendal l 30 Silberlinge sind der Judaslohn, der Lohn für dessen Verrat an Jesus. "Doch ohne diesen Verrat hätte es die Jesusgeschichte, wie wir sie kennen, nicht gegeben", gab der Berliner Publizist Jan Kage zu bedenken, als er gestern Nachmittag in der Katharinenkirche die Zusammenhänge und Verknüpfungen zwischen Kunst und Geld erhellte. Damit führte er in die Ausstellung zu diesem Thema unter dem Titel "30 Silberlinge" ein, die bis zum 2. September im Altmärkischen Museum zu sehen ist.

Kunst und Geld seien zwei ungleiche Geschwister, die beide einen fiktiven Wert hätten: Hier ein 20-Euro-Geldschein, der kaum zwei Cent Papierwert habe, und dort eine einfache Leinwand, mit Öl bestrichen, die, wie kürzlich ein Edvard-Munch-Gemälde, Millionen erlösen könne.

Etwa 150 Arbeiten zum Thema Kunst und Geld hat der Berliner Rechtsanwalt Stefan Haupt in den zurückliegenden 15 Jahren gesammelt. Die wichtigsten davon hat Hermann Büchner als Kurator für die Stendaler Ausstellung ausgewählt und in drei Räumen des Museums zusammengestellt.

Ein Großteil der Arbeiten aus aller Welt - darunter auch einige von namhaften Künstlern wie Klaus Staeck und Joseph Beuys - widmet sich dem direkten Zusammenhang zwischen Geld und Kunst. Da werden echte Geldscheine nach asiatischer Manier zu Origami-Skulpturen gefaltet, Kronkorken in D-Mark-Scheine eingewickelt oder ein Teebeutel aus einer Pfundnote geformt. Geschreddertes Geld taucht in vielfältigen Formungen auf, unter anderem als Topfkuchen.

Immer wieder verfremdete Dollars: mit einem zähnefletschenden Vampir statt des Präsidentenkopfes oder auch dem Porträt eines Ayatollahs und dem Schriftzug "United States of Islam". Politisch, wie bei ihm nicht anders zu erwarten, auch das Plakat von Klaus Staeck von 1973, das Geld und Kirche in Zusammenhang bringt: die Türme des Kölner Doms, davor ein mächtiges Kirchenschiff aus Geldscheinen - "Am Anfang war das Geld".

Zu den Ausstellungsobjekten gehören auch Videos. Eines, das nicht im Besitz von Stefan Haupt ist, beschrieb Jan Kage in seiner Einführung: Eine englische Popband, weil sie wohlhabend genug ist, habe eine Million Pfund in kleinen Scheinen nach und nach verbrannt. Das dauerte eine Dreiviertelstunde und wurde minutiös gefilmt. Die Asche des Geldes ließen sie zu einem Brikett in Form eines Goldbarrens pressen.Und den verkauften sie dann für - eine Million Pfund. Geld und Kunst.

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