Mit einer Lesung ist in Wefensleben erstmals an den Welttag des Buches erinnert worden. Gemeinsam mit ihrem Ritter- pagen Renald entführte die Autorin Gundula Ihlefeldt auf eine unterhaltsame Reise ins Mittelalter.

Wefensleben l Der Welttag des Buches wurde am gestrigen Dienstag auch in Wefensleben in den Fokus gerückt. "Erstmals", wie Bibliotheksleiterin Annette Fichtner erklärte. Inmitten der Bücherregale hatten über 30 Schüler aus der Grundschule und der benachbarten Förderschule "Miteinander" Platz genommen, um den Worten der Autorin Gundula Ihlefeldt zu lauschen.

Die Haldensleberin kann seit kurzem den dritten Teil ihrer Geschichten von dem Ritter Renald in den Händen halten. In den drei Büchern erzählt sie, wie der kleine Renald innerhalb von 14 Jahren auf der Burg seines strengen Onkels Heinrich die Ausbildung zum Ritter erfährt. Erst ist er Ritterpage, dann Ritterknappe und im bisher letzten Teil ihrer Buchreihe Ritter. Dabei erlebt er viele Abenteuer.

Ihr jüngerer - inzwischen neunjähriger - Sohn Christopher, so erzählte Gundula Ihlefeldt ihren Zuhörern, habe Schuld daran, dass diese drei Bücher entstanden sind. Er wollte, als er noch kleiner war, oft etwas über Ritter hören, doch entsprechende Ritter-Geschichten seien in den Buchhandlungen kaum zu finden gewesen. Als sie ihm aus der Not heraus vom kleinen Renald erzählt habe, habe Christopher festgestellt, dass die Geschichte immer wieder anders war. Folglich fasste Gundula Ihlefeldt, die auch schon Bücher für Erwachsene und Jugendliche geschrieben hatte, den Entschluss, die Geschichte in drei Teilen aufzuschreiben.

Eine Stunde Zeit reichte in der unterhaltsamen Lesung in Wefensleben aber nur, um den ersten Teil vorzustellen. Als die Autorin die Kinder mit auf eine Reise in das Mittelalter nahm, bewiesen die bereits ein breites Wissen. Damals gab es Schlösser und Burgen, Könige und Prinzessinnen, Pferdekutschen und Schwertkämpfe, wussten sie. Viele von den Dingen fanden sie auch in den Erzählungen von Gundula Ihlefeldt wieder.

Neben ihren Büchern hatte sie auch eine Menge Utensilien mitgebracht, um die Lesung noch lebendiger zu gestalten. Beispielsweise eine Ritterburg aus Pappe, an der sie erklärte, wie der kleine Renald damals im zarten Alter von sieben Jahren gelebt hat. Und auch Renald als Puppe war präsent - in zwei Größen, da Renald im Laufe der Handlung auch gewachsen war.

"Ich habe in jedem Buch auch Kochrezepte aufgeschrieben, damit ihr nachkochen könnt, was die Ritter damals gegessen haben", weckte Gundula Ihlefeldt weiter die Neugier. Bei einem Quiz konnten die Schüler auch nach der Lesung beweisen, dass sie gut aufgepasst hatten.

Der zweite Teil des Dreiteilers steht jetzt - wenn er nicht gerade ausgeliehen ist - im Regal der Wefensleber Gemeindebibliothek. Somit verstärkt das Buch, in dem Gundula Ihlefeldt Renald zum Ritterknappen werden lässt, den Bestand der bisher insgesamt 7446 Medien unterschiedlicher Art. Kinder finden in der Bibliothek, die derzeit ihr Domizil im ersten Obergeschoss des Grundschul-Gebäudes hat, ebenso Lesestoff wie Erwachsene. Jeweils montags von 14.30 bis 18.30 Uhr sowie mittwochs von 10 bis 12 Uhr öffnet Annette Fichtner die Tür der Bibliothek für "Leseratten".