Es ist der Stoff, aus denen oft eher niedliche Zeichentrickfilme gemacht sind. Doch die abenteuerliche Geschichte einer Katzen-Irrfahrt in Klein Rodensleben ist echt: Die Samtpfote war auf irgendeine Weise als blinder Passagier in ein Paketauto gelangt und so über die Dörfer gefahren. Der Fahrer bemerkte das Tier erst in Wellen, wo zunächst eine Postkundin nebst ihrem Paket die Katze an sich nahm. Da das Paketauto aus Klein Rodensleben kam, brachte sie die Katze zur dortigen Fleischerei, weil sich dort viele Menschen treffen und sich hier der Besitzer melden könnte.

Klein Rodensleben. Silke Fischer streichelt vorsichtig über das schwarze Fell der Katze. Die Samtpfote kuschelt sich dafür in den Arm der Frau. Das Tier ist zweifellos zutraulich, was dafür spricht, dass es eine normalerweise im Haus lebende Katze ist. Beim Kraulen beginnt das Tier sogleich zu schnorren.

Doch das "Findelkind" hat zurzeit Asyl in der Garage der Fleischereifachverkäuferin in Klein Rodensleben gefunden. Das Schicksal führte die schwarze Katze mit dem weißen Strich auf der Nase und den niedlichen weißen Pfötchen in die Arme der jungen Frau, die nun die rechtmäßigen Eigentümer ihres Übernachtungsgastes sucht. Überall im Ort hat Silke Fischer bereits Zettel verteilt, doch bisher hat sich noch niemand gemeldet.

Bisher ist von der Irrfahrt des inzwischen wohl bekanntesten Kätzchens von Klein Rodensleben, dass seine Reise am Dienstag vergangene Woche begann, bekannt. Ein Paketbote öffnete in Wellen sein Fahrzeug und wollte gerade eine Lieferung herausholen, als mit einem großen Satz die schwarze Katze aus dem Transporter sprang.

Die vom Postmann belieferte Frau aus Wellen, deren Name der Redaktion nicht bekannt ist, beobachtete dies und fing die Katze ein. Sie nahm das Tier bei sich zu Hause auf und sprach mit dem Postmann. Dieser erklärte, dass die Adresse in Wellen die erste war, nach seiner Tour durch Klein Rodensleben. Somit lag für die Tierfreundin nahe, dass die Katze aller Wahrscheinlichkeit nach in Klein Rodensleben in das Fahrzeug gesprungen war.

Die Frau suchte somit einen der "Kommunikationsmittelpunkte" des Ortes auf, in diesem Fall die Fleischerei von Karsten Fischer.

Die Frau aus Wellen erzählte der Angestellten Silke Fischer die Geschichte und bat sie, sich der Sache anzunehmen. Die Klein Rodensleberin fasste sich ein Herz und half gerne. Die Bewohner, die in den Fleischerei-Laden kamen, sprach sie an und verteilte gleichzeitig Zettel im Ort. Doch bisher bleibt die Herkunft der kleinen schwarzen Katze ungeklärt und sie somit weiter Gast bei der Klein Rodensleberin. Vielleicht hilft ja eine Veröffentlichung in der Zeitung und die Eigentümer der Katze erkennen ihren entlaufenen Liebling wieder. Die Frage, die sich nämlich Silke Fischer inzwischen stellt, ist, ob die Katze nicht doch in einem ganzen anderen Ort in das Auto des Paketdienstes zugestiegen ist? Die Volksstimme will in diesem Fall gerne helfen, die ungewöhnliche Irrfahrt der kleinen Samtpfote aufzuklären. Die Besitzer oder Zeugen werden gebeten sich bei Silke Fischer unter Telefon (039 204) 54 54 zu melden.