Das Netz der Defibrillatoren im DRK-Kreisverband Wanzleben ist um eine Masche reicher. In der Verwaltung der Oberen Aller wurde in dieser Woche ein solches Gerät in Dienst gestellt, mit dem bei plötzlichem Herzversagen Leben gerettet werden kann.

Eilsleben. AED lautet die kennzeichnende Abkürzung für das Langzeitprojekt des Roten Kreuzes, dessen Ziel es ist, diese Automatisierten Externen Defibrillatoren flächendeckend und gezielt an öffentlichen Plätzen zu installieren. Der plötzliche Herzstillstand trete nach DRK-Angaben in Deutschland mit einer Häufigkeit von jährlich etwa 150 000 Fällen auf und zähle somit zu den häufigsten Todesursachen. Mit einer zügig eingeleiteten Reanimation, einem rechtzeitigen Stromstoß könne dem entgegen gewirkt, Leben gerettet werden. Und um schnelle Hilfe gewährleisten zu können, muss die entsprechende Technik vorhanden sein.

Deshalb ist der DRK-Kreisverband stetig bemüht, Partner – auch in Fragen der Finanzierung – zu finden, die in ihren (vielfrequentierten) Einrichtungen einen Defibrillator vorhalten.

Mit der Verbandsgemeinde Obere Aller hat man nun einen neuen Verbündeten ins Boot geholt. "Das freut uns natürlich sehr", so DRK-Geschäftsführer Guido Fellgiebel bei der Übergabe in dieser Woche. "Das bedeutet eine weitere Unterstützung beim Kampf gegen den plötzlichen Herztod."

40 Geräte seien nun schon im Verbandsgebiet installiert, erläuterte Projektleiter Stephan Dill, der zugleich betonte: "Eine frühe Erste Hilfe, kombiniert mit der Anwendung eines Defibrillators durch Laien, steigert die Überlebenswahrscheinlichkeit der Betroffenen um bis zu 50 Prozent. Unser Ziel ist es, die Bevölkerung über diese Problematik aufzuklären und entsprechend in der Anwendung eines AED auszubilden."

Stationiert wurde der gelbe "Stromkasten" im Haus II der Verwaltung, weil hier der größere Besucherverkehr stattfindet. Die Anschaffungskosten in Höhe von 1 800 Euro werden aus dem Haushalt der Verbandsgemeinde entnommen. Bürgermeister Frank Frenkel sprach in dieser Hinsicht dem Gemeinderat seinen Dank aus, der dem Vorhaben bereitwillig und offen gefolgt sei. "Dieser sogenannte Frühdefi gibt ein Plus an Sicherheit für die Bürger und Mitarbeiter. Meines Erachtens sollte das in allen gro–ßen Einrichtungen zum Sicherheitsstandard gehören", so Frenkel, der auch betonte: "Wunsch bleibt jedoch, den Defi nicht einsetzen zu müssen." Dennoch sei zu prüfen, inwiefern man weitere Standorte in das "Defi-Netz" einbinden könne. Denkbar sei dies bei Feuerwehren mit erhöhtem Aufwand – oder auch über direkte Kooperationen der Mitgliedsgemeinden mit dem DRK.

Zehn Mitarbeiter der Verwaltung seien bereits in der Anwendung des Defibrillators ausgebildet worden, weitere sollen folgen.

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