Seit der vergangenen Woche wohnen zwei Kaninchen auf dem Hof der Kindertagesstätte Rasselbande in Kroppenstedt. Gestern war eine Tierärztin zu Besuch und erklärte, was die Mädchen und Jungen im Umgang mit den neuen Kita-Bewohnern beachten müssen.

Von Mandy Ganske

Kroppenstedt. "Wenn die Kaninchen essen, solltet ihr sie in Ruhe lassen", mahnte Tierärztin Constanze Lehmann. Die Kinder gaben den beiden Kaninchen Murmel und Lilly auch gleich fleißig ein paar Möhren. "Und was fressen sie sonst so?", war darauf die nächste Frage. Paprika, Äpfel, Salat und höchstens zweimal die Woche Trockenfutter, gab Constanze Lehmann Tipps.

Denn die Kinder pflegen Lilly und Murmel von nun an unter Anleitung des Kita-Teams um Leiterin Angela Dannenberg: "Wir sind eine naturverbundene Kita, und ich hatte schon lange den Gedanken im Hinterkopf, auch etwas mit Tieren zu machen." So haben die Kinder neben ihrem Baumhaus, in dem sie toben können, und dem Hügel, der dazu genauso einlädt, auch einen Kaninchenstall. Dort dürfen immer nur ein oder zwei Kinder auf einmal hinein. "Da halten sich die Kinder auch dran", sind die Erzieher froh. Tierärztin Constanze Lehmann bekräftigt dann auch bei ihrem Besuch, dass zu viele Kinder und zu viel Krach auf einmal den neuen Bewohnern Angst machen können. Die Kinder erfuhren so, dass sie auch auf diese Weise für die beiden Kaninchen Verantwortung übernehmen müssen.

Und das ist ihnen sehr ernst, freut sich Angela Dannenberg. So übernehmen die Kinder bislang schon kleine Aufgaben in der Einrichtung, zum Beispiel Blumen gießen oder Tisch decken. "Das kann man ruhig mal vergessen. Aber bei einem Kaninchen ist das was anderes." Und das wüssten die Mädchen und Jungen. Zum Beispiel waren sie bei der Frage nach den Wochenend-Fütterdienstpflichten schon ganz euphorisch, wie die Leiterin berichtet. Auf freiwilliger Basis können sich die Eltern dafür auf eine Liste eintragen. "Viele beteiligen sich bereits", freut sich Angela Dannenberg, die das Projekt pädagogisch für die Kleinen nutzen und darüber auch einen weiteren Baustein schaffen will, die Zusammenarbeit mit den Eltern zu vertiefen.

Für das neue Projekt konnte die Kita den Kleintierzuchtverein Kroppenstedt mit ins Boot holen. Vorsitzender Stefan Friebus: "Das war keine Frage. So können die Kinder lernen, mit Tieren umzugehen und erfahren, dass es Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen sind." Er hegt außerdem die Hoffnung, in der fernen Zukunft für seinen 14 Mitglieder zählenden Verein so manchen Nachwuchszüchter zu gewinnen.

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