Die acht Ortsbürgermeister der Gemeinde Sülzetal blicken auf das Jahr 2010 zurück. Heute folgt Teil 2 des Jahresrückblicks mit den Ortsbürgermeistern aus Schwaneberg, Sülldorf und Stemmern.

"In unserem Ort haben wir keine Probleme. Der Heimatverein konnte nun doch die katholische Kirche im Ort übernehmen. Die Kirche soll künftig für kulturelle Zwecke genutzt und der Charakter einer Kirche erhalten werden. Der Heimatverein wird ein entsprechendes Nutzungskonzept erarbeiten", sagt Ortsbürgermeister Axel Spengler. Für die Arbeit des Heimatvereins schätzt der Ortsbürgermeister ein, dass die Arbeit wieder besser werden muss. "Da nehme ich mich nicht aus. Unsere festen kulturellen Veranstaltungen sind zwar da, doch wir müssen wieder mehr in die Breite gehen. Zur Arbeit der Gemeindeverwaltung möchte ich sagen, dass ich damit zufrieden bin und mich an dieser Stelle bedanken und betonen will, dass hier nicht die Schuldigen für die Misere in der Gemeinde zu suchen sind. Blicke ich auf die Gemeinde insgesamt, muss ich sagen, dass ich von der ganzen Verfahrensweise um die Konjunkturmittel für die Schulen doch sehr enttäuscht bin. Die Sache hätte eher gelöst werden müssen. Es ist Aufgabe des Bürgermeisters, den Gemeinderat an einen Tisch zu holen. Es ist falsch von ihm zu sagen, der Gemeinderat müsse sich finden, nein, er hat dafür Sorge zu tragen, dass der Gemeinderat zusammenwächst. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Gemeinde und die Orte der Gemeinde, immer mehr auseinanderdriften. Ich gehe davon aus, dass die Gemeinde Sülzetal irgendwann aufgelöst wird. Im Falle des Falles hat Schwaneberg bereits Vorsorge getroffen. Ich habe als Ortsbürgermeister einen Brief an die Stadt Wanzleben geschrieben, nur um mal eine Meinung zu hören, ob sie uns aufnehmen würden. Eine Reaktion darauf habe ich noch nicht bekommen. Im Ort selbst werden wir uns weiter dazu eine Meinung bilden."

Stemmern

"In Stemmern wurde nach der Wende viel getan, Wege und Straßen gebaut. Doch nun muss auch dafür Sorge getragen werden, dass diese auch erhalten werden", schätzt Ortsbürgermeister Siegfried Schopf ein. "In unserem Ort gibt es viele Traditionen, die ebenso erhalten bleiben sollten. Ich denke da an das Osterfeuer oder das Dorffest. Doch die Veranstaltungen haben es auch verdient, dass sie einen größeren Zuspruch aus der Bevölkerung Stemmerns bekommen. Schließlich steckt dahinter oft auch eine Menge Arbeit durch die Vereine wie die ¿Brandwächter‘ oder Heimatverein dahinter. Das Dorffest, in welcher Form auch immer, soll in jedem Fall wieder stattfinden.

Kritisch muss ich bemängeln, dass wir als Ortschaft darauf hingewiesen haben, dass Neuanpflanzungen (Baum auf Friedhof und eine Hecke) nicht angewachsen sind. Hier liegt noch eine Gewährleistung drauf, die die Gemeinde nicht verstreichen lassen sollte. Doch bislang hat sich nichts getan. Mit Blick auf die Gemeinde insgesamt muss ich sagen, dass die Orte wieder besser zusammenfinden und eine Einheitsgemeinde bilden müssen. Der Kampf um die Konjunkturmittel hat zwar dazu beigetragen, dass der Gemeinderat enger zusammenrückte, doch das kam viel zu spät. Auch wir Stemmeraner wollen unseren Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten. So haben wir uns im Ortschaftsrat Gedanken um die Straßenbeleuchtung gemacht und der Gemeinde mitgeteilt. So könnte sich bei der Straßenbeleuchtung einiges ändern, um Kosten zu sparen. In Sachen geplanter Hähnchenmastanlage mit industriellen Ausmaßen vor den Toren unseres Ortes sehe ich künftig eine zunehmende Umweltbelastung nicht nur für Stemmern. Die Umweltverträglichkeit ist für mich mehr als fraglich. Wir haben bereits mit einer großen Milchviehanlage und einer Kompostieranlage einiges zu ertragen, doch was jetzt dazukommt, lässt sich in dieser Größenordnung nur schwer einschätzen", so Stemmerns Ortsbürgermeister Siegfried Schopf.

Sülldorf

"Mit dem Ende des Jahres macht sich bei mir die Hoffnung breit, dass es dem Gemeinderat doch gelingt, gute Kompromisse zu finden und dass es in der Zukunft besser vorangeht", schätzt Sülldorfs Ortsbürgermeister Holger Pesel ein. "Jedoch lässt die Führungsposition des Bürgermeisters zu wünschen übrig. Er kommt seinen Aufgaben nicht mehr so nach, wie es sein sollte. Für mich ist er eine Marionette, die Gedankengängen folgt, die man ihr auferlegt hat, ohne bestimmte Dinge zu hinterfragen. In Frage stelle ich auch die Arbeit der Kommunalaufsicht in der Gemeinde, die ihren wirklichen Pflichten gar nicht nachkommt, auf solche Leute können wir verzichten. Hätte der Bürgermeister eine größere kämpferische Einstellung, wäre der Einfluss der Kommunalaufsicht nicht so groß, und wir würden trotz Haushaltskonsolidierung besser vorankommen.

Für 2011 wünsche ich mir, dass die Kirchturmpolitik der einzelnen Orte aufhört und sie wieder enger zusammenwachsen und gemeinsame Kompromisse im Interesse der Bürger finden."

 

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