Der Große Winterberg in Schierke bleibt Teil des Nationalparks und wird nicht für den Alpin-Skisport geöffnet. Damit erteilte Planer Helmut Müller den Forderungen mehrerer Skisportler aus Wernigerode eine klare Absage. Peter Günnel fand trotzdem lobende Worte für das Konzept.

Schierke l Als eine "sehr sensible und restriktive Zone" bezeichnet Frank Armbruster das Gebiet rund um den Großen Winterberg in Schierke. Der Umweltplaner präsentierte auf der Sonder-Stadtratssitzung in Schierke seine Analyse für das geplante Ganzjahreserlebnisgebiet am Winterberg. Hauptaugenmerk lag dabei auf drei Fragen, die für eine Genehmigung des Projektes entscheidend sind. Welche Naturschutzgebiete sind dort ausgewiesen? Welche geschützten Tier- und Pflanzenarten sind vorhanden? Und gibt es die Möglichkeit, die Skihänge künstlich zu beschneien?

Nach den Wünschen mehrerer Skisportler aus Wernigerode sollte mindestens eine der geplanten Abfahrtspisten am Großen Winterberg angelegt werden. Dieser Forderung hat der beauftragte Planer Helmut Müller aus Salzburg eine klare Absage erteilt. Er sprach sogar vom "Tod des Projektes", wenn man entgegen aller Warnungen auf dieser Forderung beharren würde. Sein Kreativkonzept sieht vor, Skipisten rund um den Kleinen Winterberg zu schaffen und auf dem Großen Winterberg mit Naturlehrpfaden dem Nationalpark-Status Tribut zu zollen.

In seiner Begründung verwies er auf die Geländeanalyse von Frank Armbruster. Er hatte mit einer Aufzählung aller in dem Gebiet ausgewiesenen Naturschutzflächen klargestellt, dass es schwierig sei, eine Genehmigung für den Aufbau eines Skigebietes zu bekommen. Vor allem in der Nationalpark-Zone, in der auch der Große Winterberg liegt, sei eine Bau-Zusage ausgeschlossen.

Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) bekräftigte die Position der Verwaltung, man werde den Nationalpark nicht antasten.

Die Skisportler aus Wernigerode, die sich bis zuletzt vehement für Alpinsport am Großen Winterberg eingesetzt haben, hatten sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, den Berg aus dem Nationalpark auszugliedern und somit ein Genehmigungsverfahren zu ermöglichen. Winterberg-Planer Müller sagte dazu, es würde "fünf bis sechs Jahre dauern, bis eine Entscheidung dazu gefällt würde. Und in 98Prozent der Fälle gibt es eine Absage." Zu viele Ausnahmegenehmigungen habe es in der Vergangenheit schon gegeben, als dass man auf einen positiven Bescheid hoffen könne.

Peter Günnel gehörte am Montagabend zu den rund 160Gästen der Sonder-Stadtratssitzung in Schierke. Der Wernigeröder sei einer der Befürworter von Alpinsport am Großen Winterberg. Dennoch fand Günnel lobende Worte für das präsentierte Gesamtprojekt, "auch wenn es nicht der Große Winterberg wird". Die Skisportler würden sich künftig gern mit ihren Sachkenntnissen in die Entwicklung einbringen, sagte er.

Weniger positiv fiel das Fazit von Winterberg-Verfechter Ulrich Kyritz aus. Er sei der Überzeugung, die Nationalparkgrenzen müssten verschoben werden können. Im Gegensatz zum Westharz seien die Grenzen in Schierke 1990 "willkürlich festgelegt worden", sagte er zur Begründung.

Bis auf eine Anfrage kommentarlos hingenommen wurde im Gegensatz zur Pisten-Diskussion die Frage der künstlichen Beschneiung. Umwelt-Gutachter Frank Arm- bruster erklärte, die Kalte Bode könne als Wasserreservoir für die Kunstschnee-Herstellung dienen. Zusätzlich wird es laut Projekt-Planer Helmut Müller einen künstlichen Bergsee geben, aus dem in Trockenperioden das erforderliche Wasser bezogen werden könnte.

 

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