Die dritte Auflage des Parkseminars ist erneut ein Erfolg gewesen. Trotz geringerer Resonanz, die Vorhaben sind erfüllt worden. Besonders erfreulich: Das Fundament von einem großen Eingangstor zum Fürstlichen Tiergarten unterhalb des Wernigeröder Schlosses ist entdeckt worden.

Wernigerode. "Na, bitte." Martin Wolke und Eckhard Müller klatschen sich ab, wie man es bei Ballspielen kennt. Einen Treffer haben die freiwilligen Helfer des 3. Parkseminars am Sonnabend durchaus gelandet.

Die alten Fundamente des einstigen Tores zum Tiergarten sind eindeutig zu erkennen, freut sich Henrik Hass. Der Landschaftsarchitekt und Gartenamtschef Frank Schmidt gehören zu den Organisatoren und haben keinen Zweifel gehabt, dass sich unterhalb der Silbertannenwiese eines der Eingangstore zum Fürstlichen Tiergarten befindet.

"Wer hat historische Fotos oder Zeichnungen?"

"Ein älterer Anwohner hatte mir berichtet, dass nach dem Krieg dort noch ein großes schmiedeeisernes Tor gewesen ist", sagt Frank Schmidt. Historische Fotografien oder Zeichnungen "liegen uns leider nicht vor". Deshalb seine Bitte an die Bürger: "Wer historisches Material über den Fürstlichen Tiergarten besitzt, möge es der Stadtverwaltung zur Verfügung stellen." (Kontakt Infokasten)

Der Landschaftsarchitekt Hass ist im Auftrag der Stadt Wernigerode derzeit damit beschäftigt, für den Tiergarten ein denkmalpflegerisches Konzept zu erarbeiten. Eine anspruchsvolle Arbeit, wie der Hallenser sagt, zumal das Areal rund um den Agnesberg etwa 80 Hektar umfasst, also einer Größe von 80 Fußballfeldern entspricht. Das Konzept, das bis zum Ende des Jahres fertig sein soll, muss von der Oberen Denkmalbehörde genhmigt werden, um Fördergeld für die Gestaltung zu beantragen. Hass: "Zu vergleichen ist das ehrgeizige Projekt der Wernigeröder mit dem Gartendenkmal Wörlitzer Park." Frank Schmidt ergänzt: "Deshalb ist es so wichtig, was wir bislang bei den Parkseminaren geschaffen haben."

Martin Wolke und Eckhard Müller sind stolz, am Sonnabend einen kleinen Beitrag geleistet zu haben. Der 26-jährige Berufsfeuerwehrmann und der 69-jährige Rentner haben unter Anleitung der beiden Experten die Torfundamente mit Schippe und den bloßen Händen freigelegt. Für Martin Wolke ist es die erste Teilnahme am Parkseminar. "Ich habe den Aufruf in der Volksstimme gelesen und mir gedacht: Jugend voran, und mich spontan entschieden, mitzumachen." Für Eckhard Müller ist es der zweite Einsatz. Seine Motivation: "Die Idee, auf diese Weise etwas für die Stadt tun zu können, finde ich einfach toll."

In der Mittagspause auf der Silbentannenwiese treffen die beiden Hobby-Archäologen auf die Gruppe um Lydia Seiler. Die Vorsitzende des Vereins "Gartenträume" ist ebenso wie ihr ehemaliger Chef Frank Schmidt zufrieden: "Wir haben 100 Ginster gepflanzt, Wildwuchs entfernt und Windbruch weggeräumt."

Bis gegen 16 Uhr haben die 14 Frauen und Männer fleißig weiter zugepackt und sich dann mit einem "Auf Wiedersehen zum Vierten!" herzlich verabschiedet.

 

Bilder