Das Thema Schotterumschlag auf dem Blankenburger Güterbahnhof beschäftigt weiter die Politik und die Verwaltung. Bürgermeister Noll sucht nun das Gespräch mit der RST-Geschäftsführung.

Blankenburg l Die Proteste gegen den geplanten Umschlag von Schotter aus Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG auf dem Blankenburger Güterbahnhof reißen nicht ab. "Mich erreichen fast täglich E-Mails und Schreiben besorgter Einwohner", erklärte Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU). "Als Stadtverwaltung nehmen wir diese Bedenken sehr ernst", sagte er. Deshalb wolle er mit der Unternehmensspitze des Recyclingunternehmens RST, die beim Landesverwaltungsamt den Antrag auf Umschlag von maximal 1500 Tonnen gefährlicher Abfälle pro Tag gestellt hat, ins Gespräch kommen. "Wir werden das Thema in Ruhe besprechen und nach Alternativen suchen. Wichtig ist auch zu klären, ob tatsächlich solche Mengen dort umgeschlagen werden", sagte Noll.

Derweil hat sich auch die Stadtratsfraktion der Partei Die Linke des Themas angenommen. Allerdings geht sie nicht soweit wie der SPD-Ortsverband, der den geplanten Schotterumschlag samt Lkw-Transporten gänzlich ablehnt. "Wir wollen und können nicht von vornherein alles ablehnen. Auch in der früheren Kurstadt Blankenburg gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts Indus- trie", erinnerte Fraktionschef Joachim Borchert und verwies auf die Harzer Werke sowie die Halberstadt-Blankenburger-Eisenbahn mit ihrem Bahnbetriebswerk sowie dampfenden Lokomotiven. "Von diesem Rauch war der gesamte Stadtbereich unterhalb des Bahnhofs beeinträchtigt", so Borchert.

Seine Fraktion will vielmehr nach Möglichkeiten suchen, den Schotterumschlag in Blankenburg zu sichern, allerdings mit weniger Lärm- und Staubbelästigung für die Anwohner in der Nähe des Verladegleises an der Alten Halberstädter-/Ecke Mühlenstraße. So gelte es zu prüfen, ob dafür ein anderer Teiles des Blankenburger Bahnhofs oder das ehemalige Anschlussgleis des MLK genutzt werden könnte.