Johann Wolfgang Goethe reiste gleich dreimal in das mystische Gebirge. Und auch Heinrich Heine war fasziniert von der Region rund um den Brocken. Auf die Spuren Deutschlands berühmtester Dichter begibt sich seit Jahren der Blankenburger Schriftsteller Bernd Wolff, der jetzt im vollbesetzten Rathauskeller aus seinem jüngsten Manuskript las.

Von Egmont Uhlmann

Blankenburg. "Klippenwandrer – Indessen man kann sich irren", so heißt der Arbeitstitel eines neuen Buches des Blankenburger Schriftstellers Bernd Wolff, das voraussichtlich im übernächsten Jahr erscheinen soll. Unter dem Motto "Mit Goethe und Heine durch den Harz" stellte der Autor Auszüge aus dem Manuskript zu seinem Werk vorab im Rathauskeller vor – auf Einladung der Stadtbibliothek und des Bibliotheksfördervereins.

Es war bereits die vierte Lesung mit Bernd Wolff in Blankenburg. So hatte er dem interessierten Publikum aus der Stadt und der Region bereits seine vielbeachteten Romane "Winterströme", "Im Labyrinth der Täler" und im vorigen Jahr "Die Würde der Steine" über Goethes Harzreisen näher gebracht. Und auch diesmal war der Rathauskeller bis auf den letzten Platz besetzt, denn etwa 70 Zuhörer folgten gespannt der Lesung des Schriftstellers.

"Wanderung über Klippen, was verbindet Goethe und Heine mit dem Harz? Was verbindet die beiden berühmten Dichter in Bezug auf diese rauhe Natur miteinander?" Diese Frage stellte Bernd Wolff in den Mittelpunkt seiner Lesung aus seinem in Arbeit befindlichen Manuskript. Dabei sprach er immer wieder über die Beziehung beider Dichter zum Harzer Gebirge.

Für Johann Wolfgang von Goethe, der sechsmal die Harzberge oder ihr nördliches Vorland aufsuchte, lassen sich konkrete Ortsbezüge nachweisen, die ganz aktuell dazu führten, dass die Aktion "Harzer Wandernadel" in diesem Jahr 28 (durch den Autor erläuterte) Stempelstellen mit dazugehörigem Begleitheft zum Erwerb einer "Goethenadel" einrichten konnte.

Für Heinrich Heine ist der Nachweis seiner Wanderroute dagegen schon etwas schwieriger, denn sein berühmtes Reisebild "Die Harzreise" verfolgt die Strecke nur bis Ilsenburg und bleibt ein Fragment. Was aber bewog den Göttinger Jurastudenten damals zu dieser Wanderschaft, welche Erwartungen verknüpfte er damit und mit dem anschließenden Besuch beim alten Geheimrat Goethe? Wer sich diesen und weiteren Fragen stellen wollte, erfuhr manches auch weniger Bekannte.

Eine vergnügliche eineinhalbstündige Sprachreise in eine Vergangenheit, die uns täglich berührt, weil sie Grundlage unserer Kultur ist, und auch die Lust auf das "Weiterwandern" wecken sollte. Das war das abendliche Motto der Lesung von Bernd Wolff, die er der Bücherei auch diesmal wieder kostenlos bot. Sein angefallenes Honorar spendete er der Bibliothek für den Ankauf neuer Bücher.

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