Mindestens 36 Millionen Euro sollen bis 2016 in Schierke investiert werden, diesen Plan hat Oberbürgermeister Gaffert jüngst vorgestellt. Finanzausschuss-Chef Schatz (Linke) konterte darauf mit Vorwürfen wie "Gestaltungswut" und "fehlender Legitimation". Gestern hat Schierkes Bürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU) bekräftigt, vom erhofften Aufschwung im Brockenort werden viele profitieren.

Von Tom Koch

Schierke/Wernigerode. Morgen tagt turnusmäßig im Wernigeröder Rathaus die "SoKo Schierke". Christiane Hopstock wird an der Beratung über die Zukunftsinvestitionen in der Brockengemeinde teilnehmen. Nicht nur an diesem Mittwoch, "regelmäßig, so oft ich es nur einrichten kann".

Im Volksstimme-Gespräch bekräftigt die Bürgermeisterin, "voll hinter unserem Ortsentwicklungskonzept zu stehen". Die Schierker seien nach wie vor "wirklich sehr froh, dass sie mit der Eingemeindung von Wernigerode so viel Unterstützung aus der Stadtverwaltung und vom Stadtrat erfahren", lobt Hopstock. Mit Marius Michael hebt ihr Stellvertreter hervor, dass Entscheidungen wie zum Ausbau des Kindergartens, die Arbeiten auf dem Friedhof oder auch die Renovierung im Schierker Rathaus "von vielen im Ort sehr positiv aufgenommen werden".

Umso verwunderter zeigen sich beide Schierker über die Reaktion von Thomas Schatz auf die Gaffertsche Präsentation des Investitionsprogramms für den Brockenort. Der Linke-Stadtrats hatte im Volksstimme-Interview der Verwaltung eine "Gestaltungswut" vorgeworfen und moniert, der Stadtrat habe über die Gesamtliste der geplanten Einzelvorhaben noch nicht beraten.

CDU-Stadträtin Christiane Hopstock: "Wir Schierker möchten nicht zum Spielball der Parteien werden." Ja, das Konzept für den Erholungsort sei ehrgeizig, aber mitnichten sei dieses Papier ein Mittel zum Zweck: "Von der positiven Entwicklung unseres Ortes werden alle Wernigeröder profitieren, auch in allen anderen Ortsteilen", gibt sich die 43-Jährige selbstbewusst.

Die Bürgermeisterin verwies in diesem Zusammenhang auf den Besuch der Wernigeröder Linke-Landtagskandidatin Evelyn Edler. Diese habe sich bereits im Sommer in Schierke über das Konzept informiert und erklärt, sie sei von diesen Plänen beeindruckt. Edler habe eine "landesweite Bedeutung des Projekts" hervorgehoben, das "weit über die Tourismus-Achse "Wernigerode – Schierke – Brocken" hinausgehe und der gesamten Harzregion wichtige touristische und wirtschaftliche Entwicklungschancen gebe, berichtete Hopstock.

An die Adresse ihres Wernigeröder Stadtratskollegen Schatz richtete die Bürgermeisterin das Angebot, er könne Fragen zum Schierke-Projekt jederzeit an sie richten.

Da in diesen Wochen quasi alle Ratsausschüsse zum 2011er-Haushalt und damit über die Schierke-Investition beraten, hält Christiane Hopstock einen Tipp im Umgang mit ihren Einwohnern parat: "Es kommt nicht so wirklich gut an, wenn es ständig heißt, in Schierke sei seit 20 Jahren nichts mehr passiert."