Silstedt/Minsleben. Der Streit um den geplanten Abriss der Holtemme-Brücke zwischen Silstedt und Minsleben schwelt weiter.

Die beiden Ortschaftsräte werden dazu am Donnerstag, 14. Juli, ab 19.30 Uhr öffentlich im Silstedter Schützenhaus, Mühlenstraße, tagen. Das wurde am Mittwochabend bei einer Zusammenkunft mit der Bürgerinitiative gegen die Demontage des Bauwerks vereinbart.

Zu der Sondersitzung sollen Wernigerodes Oberbürger- meister Peter Gaffert und alle zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung eingeladen werden. Initiativ-Sprecher Karl-Heinz Mänz informierte über ein kurzfristig am Dienstag anberaumtes Gespräch im Rathaus. Neben ihm und Gaffert hatten daran Silstedts Ortsbürgermeister Karl-Heinz Mänz, Baudezernent Burkhard Rudo sowie der Energie- und Umweltbeauftragte der Stadt, Ulrich Eichler, teilgenommen. Der Ex-Ortschef: "Uns wurden die Mängel verlesen." Demnach soll die Brücke bei einer Prüfung im Februar 2011 nur die Note 3,5 erhalten haben. Daraufhin habe das beauftragte Ingenieurbüro den Abriss empfohlen.

"Die Standsicherheit ist gegeben, aber das Geländer entspricht nicht den jetzigen Ansprüchen", widersprach diesem Urteil Dieter Koch. Der Chef der Silstedter Schützengesellschaft hat inzwischen ebenfalls einen unabhängigen und zuge-lassenen Gutachter um eine erste Bewertung des Übergangs gebeten. Nach dessen Aussage sei zwar eine Sanierung nötig, mehr aber auch nicht.

"Das Erschütternde daran ist für mich, dass sich schon seit September 2010 damit befasst wurde", erklärte Karl-Heinz Mänz. Der Ortsbürgermeister hatte dazu recherchiert und Unterlagen gesichtet. Mänz: "Seither war nichts passiert."

Torsten Schulze als betroffener Anwohner der "Neuen Mühle" monierte, erst aus der Volksstimme von den Plänen erfahren zu haben. Laut Schulze hätten die Verantwortlichen noch nicht einmal gewusst, dass die Stromversorgung des Anwesens über die Brücke geführt wird. Inzwischen würden sich Interessenten sogar aus Wernigerode und Osterwieck vor Ort umsehen und feststellen: "Die spinnen!"

Ortsoberhaupt Mänz konstatierte: "Wir müssen gegenhalten!" Schützenchef Koch sekundierte: "Wir ziehen jetzt nicht zurück!"