Bereits vor mehr als tausend Jahren wurde im Oberharz Eisen produziert. Den Beweis liefert ein archäologischer Zufallsfund am Elbingeröder Bergbaulehrpfad. Die zwei Öfen könnten laut Experten bereits vor 1200Jahren gebaut worden sein.

Elbingerode l Schon vor 1200 Jahren hatten die Bewohner im Oberharz einen Schatz entdeckt, der tief in der Erde schlummert: Eisenerz. Alte Stollen und Gruben verkünden bis heute von der Bergbaugeschichte. In und um Elbingerode können Besucher des Bergbaulehrpfads auf sieben Kilometern Strecke erfahren, wie am Büchenberg Eisenerz gefördert und weiterverarbeitet wurde. Betrieben wird der Lehrpfad von den Bergbaufreunden Elbingerode. In diesem Frühjahr wurde im Bergbaugebiet eine Trasse ausgebaut - und dabei eine erstaunliche Entdeckung gemacht, wie Vereinsmitglied Frank Peters berichtet. Mit einer Planierraupe sollte am Weißkopf ein neuer Rückeweg entstehen. "Dabei wurden an zwei Stellen alte Verhüttungsplätze freigelegt", so Peters. Der Zufallsfund rief Dr. Götz Alper vom Landesamt für Archäologie auf den Plan. Der Historiker legte in einer Notgrabung zusammen mit Andreas Flohr Überreste von zwei Rennöfen frei. "Während der eine leider komplett zerstört war, konnten bei dem anderen noch Reste einer Ofenmauerung entdeckt werden." Laut Peters eine Seltenheit, waren doch Öfen dieser Art zumeist aus Lehm gebaut und nach dem Gebrauch abgerissen worden, um an das aus dem Erz gebrannte Eisen zu gelangen. Die Ofenwand konnte komplett geborgen werden. Neben der Wand legten die Archäologen mehrere Kleinteile frei, die für den Betrieb des Rennofens von Nöten waren, darunter ein Abdeckstein, mit dem wahrscheinlich der Luftzug reguliert werden konnte. Anhand der Form der ebenfalls gefundenen Schlacken datierte Alper das Alter des Fundes auf die Karolingerzeit. Damit wären die Öfen rund 1200 Jahre alt. Zum Fund gehörende Holzstückchen sollen nun im Labor untersucht werden, um das genaue Alter bestimmen zu können. Laut Frank Peters war dieser Fund nicht der erste entlang des Bergbaulehrpfades. Kritik übte er an der fehlenden Kommunikation im Vorfeld der Bauarbeiten. "Gerade bei Grabungen im Bergbaugebiet wäre es wünschenswert, wenn wir rechtzeitig informiert werden." Nur dann hätte Peters als ehrenamtlich Beauftragter des Landesamtes für Archäologie eine Chance, ähnliche Funde vor der Zerstörung zu bewahren.

Bilder