Viele Blankenburger möchten einen Blick von der Wilhelm-Raabe-Warte auf die Stadt genießen, doch sie ist verschlossen. Die Sicherheit ist nicht gewährleistet, gibt der Harzklub als Eigentümer zu bedenken, hofft aber auf baldiges Sanieren.

Blankenbuzrg l Bei schönem Wetter zieht es die Blankenburger hinaus auf die umliegenden Hügel. Großvater, Ziegenkopf und Raabewarte sind die beliebtesten Ziele. "Aber wann können wir wieder auf die Wilhelm-Raabe-Warte hinauf?" Das fragen viele Einwohner angesichts des verschlossenen Turms.

"In den letzten Jahren sind durch die Witterung viele Schäden an der Außenfassade entstanden, die Sicherheit nicht mehr gewährleistet", nennt Helmut Schink Gründe für die Sperrung. Der Vorsitzende des Blankenburger Harzklub-Zweigvereins trägt seit seiner Wahl zum Chef die Verantwortung als Eigentümer. Im Februar 1996 hatte der Klub das Areal und die Warte gekauft. Hundert Jahre zuvor initiierten die Vorgänger im Harzklub den Bau und pflegten den Turm nach der Einweihung als "Kaiserwarte".

Ein Problem war von jeher der wiederkehrende Sanierungsbedarf des Turmes. 1921 half noch die Braunschweigische Herzogin Victoria Luise als einzige Tochter des letzten Kaisers, wie der Geschichtsforscher Prof. Gerd Biegel herausgefunden hat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es wieder die Blankenburger Harzklubmitglieder, die den Turm begehbar machten. Die enge Verbindung zu Braunschweig lebt übrigens im 1950 verliehenen Namen fort. Wilhelm Raabe wuchs in Wolfenbüttel auf und starb in Braunschweig.

Die aktuell notwendige Sanierung ist vom Verein nicht allein zu meistern, doch nun scheinen sich Partner zu finden. "Mit der funktechnischen Nutzung des Turmes durch andere Einrichtungen rückt die Reparatur der Warte in unmittelbare Nähe" sagt Schink und verbreitet Hoffnung. "Die Vorbereitungen laufen, vielleicht kann der Baustart noch in diesem Jahr erfolgen."

Der Harzklub prüfe derweil, wie die Wilhelm-Raabe-Warte wieder zum Ausflugsziel für die Blankenburger und ihre Gäste umgestaltet werden kann.