133Schachamateure, darunter 16Frauen, haben fast eine Woche lang in Wernigerode um den Deutschland-Cup gespielt. Zum Veranstaltungsprogramm gehören stets auch touristische Angebote. Die Anhänger des Königlichen Spiels bleiben dem Harz bis 2015 treu.

Wernigerode (ukl/tk) l Nicht nur erfahrene Routiniers sind beim Deutschland-Cup in Wernigerode an den Schachbrettern zu sehen, auch junge Anhänger des Königlichen Spiels. Schachspieler zwischen8 und 82Jahren haben in zwölf Spielgruppen um die begehrten Pokale gewetteifert, sie sind aus zwölf Bundesländern angereist.

Dabei konnte es schon einmal vorkommen, dass Junior-Spieler gegen alte Hasen antreten. So ist es auch dem achtjährigen Hallenser Hugo Post ergangen, und seine erste Teilnahme am Deutschland-Cup wurde prompt zum Erfolg: Der Grundschüler ging als Turnier-Sieger in seiner Spielgruppe hervor. Dass er oft gegen weitaus ältere Spieler antrete und dann gewinne, sei manchmal noch etwas komisch, sagte der bescheidene Blondschopf der Volksstimme.

"Die gute Nachricht ist, dass der Schachbund auch in den nächsten drei Jahren zu uns nach Wernigerode kommt."

Andreas Heinrich, Wernigerodes Bürgermeister

Wie Ralf Mulde vom Deutschen Schachbund einschätzte, kämen die Frauen und Männer nicht allein wegen des Schachspiels nach Wernigerode. Oft reisten ganze Familien an und nutzten den Veranstaltungstermin rings um den Feiertag zum Tag der Deutschen Einheit. Die Organisatoren bemühten sich zudem, ein attraktives Programm zu organisieren.

In der Vorwoche zählten dazu Besichtigungen des Schlosses und der Hasseröder Brauerei, eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn oder das Einfahren in das Besucherbergwerk Büchenberg.

Wernigerodes Bürgermeister Andreas Heinrich (parteilos) hat im historischen Rathaus die Siegerehrung vorgenommen: "Die gute Nachricht des Tages ist, dass der Schachbund auch in den nächsten drei Jahren wieder zu uns nach Wernigerode kommt."

Der Deutsche Schachbund hatte nämlich zuvor festgelegt, dass bis zum Jahr 2015 in Wernigerode der Deutschland-Cup ausgespielt werde. Turnierleiter Dirk Jordan nannte den Grund dafür: Die gute Unterstützung durch die Stadtverwaltung mit einer "nahezu freundschaftlichen Zusammenarbeit."

Michael Langer, 1.Vizepräsident des Schachbundes, hat in Wernigerode die Bedeutung dieser Amateurmeisterschaft für das Schachspiel hervorgehoben. Günter Reinemann, Präsident des Landesschachverbandes in Sachsen-Anhalt - er selbst war bis kurz vor der Siegerehrung an einem aufreibenden Wettkampf beteiligt, lobte die Meisterschaft in seinem Land: "Der Deutschland-Cup im Harz ist eine hochkarätige Schachveranstaltung, die die Landschaft unseres Sports in Sachsen-Anhalt bereichert."

Dass der Deutsche Schachbund den Harzern bis 2015 eine Zusage geben kann, hat einen einfachen Grund: Die Finanzierung dieses Breitensportturniers für die kommenden drei Jahre ist bereits gesichert. Vom 1.bis 6.Oktober nächsten Jahres wird dann um den Deutschland-Cup 2013 in Wernigerode gespielt.